In der Fachzeitschrift Tourism Management veröffentlichte Forschende um Živa Kolbl eine Studie mit einer überraschenden Erkenntnis: Reisende bewerten Destinationen nicht isoliert, sondern durch die „Brille“ ihrer eigenen Herkunft. Vorstellungen über die Heimat dienen als Bezugspunkt, an dem andere Orte gemessen werden.
Die Untersuchung zeigt, dass nicht Ähnlichkeiten, sondern häufig wahrgenommene Unterschiede die Reiseabsicht verstärken. Reiseziele wirken besonders attraktiv, wenn sie sich deutlich von den Eigenschaften unterscheiden, die Reisende ihrer Heimat zuschreiben. Die Autor*innen sprechen von einem „Spiegel-Effekt“: Bilder und Stereotype über andere Orte entstehen immer auch im Vergleich zu den Vorstellungen, die Menschen von ihrem eigenen Zuhause haben. Die Ergebnisse liefern damit einen spannenden Anknüpfungspunkt für Debatten über den touristischen Blick und die Entstehung touristischer Narrative.



