Eine im aktuellen Journal of Sustainable Tourism veröffentlichte Studie untersucht, wie ethnische Zugehörigkeit und rassistische Ungleichheiten in der Tourismusforschung behandelt werden. Dafür haben die Autor*innen 287 wissenschaftliche Beiträge aus fünf Jahrzehnten ausgewertet und die Ergebnisse in die breitere Debatte um Gleichberechtigung, Vielfalt, Inklusion und Zugehörigkeit (EDIB) eingeordnet.
Die Analyse zeigt, dass Tourismus gesellschaftliche Ungleichheiten etwa durch Diskriminierung, stereotype Darstellungen, ungleichen Zugang zu Mobilität und Freizeit sowie ungleiche Beteiligung an Entscheidungsprozessen reproduzieren kann. Da die bisherige Forschung stark von nordamerikanischen und anderen Perspektiven des Globalen Nordens geprägt ist, sprechen sich die Autor*innen für stärker kontextsensible Forschung und die gemeinsame Wissensproduktion mit marginalisierten Gruppen aus. Für die touristische Praxis folgern sie, dass Inklusion über Repräsentation hinausgehen und auch Organisationsstrukturen, Governance und Beteiligungsmöglichkeiten einbeziehen muss.


