Gletscherschmelze durch Klimawandel

Im August 2019 wurde in Island offiziell die Trauerfeier für den Gletscher Okjokull begangen, der bereits 2014 für inaktiv erklärt wurde, weil seine Eismasse nicht mehr ausreichte, um das für Gletscher charakteristische Fließen zu ermöglichen. Grund ist die zunehmende Erderwärmung in Folge des menschgemachten Klimawandels. Etwa 100 Wissenschaftler*innen, Umweltaktivist*innen und Politiker*innen – darunter die ehemalige isländische Präsidentin Mary Robinson nahmen den zweistündigen Aufstieg am Vulkan Okjokull auf sich. Am Gedenkstein angekommen, weihten Kinder eine Plakette mit einem „Brief an die Zukunft“ ein. Wissenschaftler*innen gehen davon aus, dass Island in den kommenden 200 Jahren alle Gletscher durch den Klimawandel verlieren wird.

Eine aktuelle Studie mit Klimasimulationen belegt zudem, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts die Hälfte aller Gletscher, die sich in 46 UNESCO Weltnaturerbestätten befinden, geschmolzen sein werden, wenn keine fundamentalen Änderungen zum klimapolitischen „Weiter-So“ ergriffen und der menschgemachte Klimawandel damit deutlich verlangsamt wird. Neun Prozent aller Gletscher weltweit befinden sich in UNESCO Weltnaturerbestätten. Doch die Wissenschaftler*innen weisen darauf hin, dass auch alle anderen Gletscher weltweit von dem Abschmelzen betroffen sind. Neben dramatischen Folgen für das globale Ökosystem, werden auch gravierende Konsequenzen vor Ort erwartet, weil Gletscher für Millionen von Menschen gerade in den südamerikanischen Anden und im Himalaya-Gebirge eine zentrale Trinkwasserquelle sind. Durch den Verlust der „Welterbe-Gletscher“ werden auch einige Regionen ein wichtiges touristisches Highlight verlieren und ihre Wirtschaft perspektivisch darauf einstellen müssen.

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