In Gedenken an Ron O'Grady

Am 25. Februar 2014 verstarb Ron O'Grady im Alter von 83 Jahren. Der gebürtige Neuseeländer war in verschiedenen Funktionen in den christlichen Kirchen Asiens und der Ökumene engagiert. Wie kaum ein anderer hat er in Wort und Schrift Reisen und Begegnungen als Chance der Völkerverständigung und des interkulturellen Lernens betrachtet und gleichzeitig in der vollkommenen Ökonomisierung des Tourismus eine neue Form kolonialer Macht und Ungleichheit gesehen.

Auf sein von Georg Pfäfflin Anfang der 1980er Jahre in Deutschland verbreitetes Buch "Zwischenlandung Dritte Welt" folgte eine Reihe von Büchern über kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern. Sie wurden in den 1990er Jahren vom Zentrum für entwicklungsbezogene Bildung - Fachstelle Ferntourismus unter Martin Stäbler veröffentlicht. Ron O'Grady hat das kirchliche Engagement für fairen und verantwortlichen Tourismus entscheidend beeinflusst. Gern sehen wir ihn als einen der Initiatoren und langjährigen Begleiter von Tourism Watch und seinen Vorgängereinrichtungen. Die Kampagne gegen Kinderprostitution im Tourismus und die Gründung der Kinderrechtsorganisation ECPAT sind untrennbar mit seinem Namen und Wirken verbunden.

Alle, die ihn kannten, werden sich an seine verbindende Menschenfreundlichkeit, seine verbindliche, offene Art und sein beharrliches Engagement in der Sache erinnern. Wir trauern um einen Freund und Begleiter. Mit ihm ist eine weise Stimme aus der weltweiten Ökumene gegangen.

Heinz Fuchs, Christina Kamp, Frans de Man, Mechtild Maurer, Theo Noten, Georg Pfäfflin, Christine Plüss, Dorothy Rozga, Armin Vielhaber und andere.

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