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Rauchen in Bhutan verboten


Als erstes Land der Welt hat das Himalaya-Königreich Bhutan am 17. Dezember 2004 das Rauchen in der Öffentlichkeit sowie jeglichen Kauf und Verkauf von Tabak verboten. Auch Restaurants, Hotels und Clubs mussten ihre Bestände vernichten. Zuwiderhandlungen werden mit umgerechnet 175 Euro bestraft. Privatpersonen können noch Rauchwaren aus dem Ausland mitbringen, müssen jedoch eine Steuer von 100 Prozent auf den Kaufpreis zahlen. Geraucht werden darf nur noch zuhause oder im Hotelzimmer, sofern erlaubt. Kritiker sagen eine Zunahme des Schmuggels und eines ungesunden Schwarzmarktes voraus. Sie glauben, dass ein Alkoholverbot weitaus sinnvoller gewesen wäre. Das buddhistisch-theokratisch regierte Königreich verstärkt mit diesem Schritt sein Image als "Öko-Paradies". Bei genauerem Hinsehen jedoch entpuppt sich das kleine Land (600.000 Einwohner), in dem es weder Presse- und Meinungsfreiheit noch politische Parteien und Gewerkschaften gibt, alsÖko-Diktatur - ganz wie die Malediven (s. Beitrag "Schatten imParadies")

-tü-

(1.109 Anschläge, 12 Zeilen, Dezember 2004)