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Mehr als 30 Vertreter von Zivilgesellschaft und Wissenschaft aus aller Welt fordern in einer gemeinsamen Deklaration eine grundlegende Trendwende. Dazu gehören eine verbindliche Orientierung des Tourismus an allen Zielen der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und an internationalen Menschenrechtsstandards sowie eine stärkere Beteiligung der Menschen vor Ort. „Wir brauchen einen Perspektivwechsel im Tourismus. Neben dem Wohlbefinden der Urlauber müssen die Bedürfnisse der Menschen in den Zielgebieten stärker beachtet werden."

Die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Kontext von Reisen und im Tourismus nimmt weltweit zu, wie die Global Study von ECPAT International zeigt. Für Kinder sind neue Risiken entstanden, sei es durch veränderte Tourismustrends, die Globalisierung von Wirtschaftsbeziehungen oder moderne Kommunikationstechnologien. Im welt-sichten Dossier „Reisende Täter, gefährdete Kinder“ ordnen ECPAT Deutschland und Tourism Watch die zentrale Ergebnisse der Studie ein.

Die am 12. Mai von ECPAT International veröffentlichte „Global Study on Sexual Exploitation of Children in Travel and Tourism“ zeigt, dass das Ausmaß der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus weltweit stark zugenommen hat.

Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung nimmt an vier Stellen explizit Bezug zum Tourismus. Damit verbunden ist die Aufforderung, die Potenziale des Tourismus zu nutzen und ihn zugleich im Rahmen planetarer Grenzen und im Sinne globaler Gerechtigkeit weiterzuentwickeln. Die Transformation unserer Welt, die die Agenda 2030 fordert, wird nur gelingen, wenn auch die Tourismuswende konsequent angegangen wird.

Unter dem Titel „Entwicklungsfaktor Tourismus“ hat der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) eine umfangreiche statistische Analyse der Ausgaben von deutschen Reisenden in Entwicklungs- und Schwellenländern vorgestellt. Die Studie erlaubt eine differenzierte Betrachtung der Höhe und Art der Ausgaben vor Ort und ermöglicht eine vorsichtige quantitative Abschätzung daraus resultierender Beschäftigungseffekte. Weiterreichende Interpretationen zu entwicklungspolitisch relevanten gesellschaftlichen Wirkungen sind jedoch nicht möglich. Die Studie belegt vielmehr, dass die Gleichung „Tourismus = Entwicklung“ ganz allgemein nicht haltbar ist.

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