Oberflächliche Bekenntnisse zu Nachhaltigkeit in nationalen Tourismusstrategien

Im Rahmen der jüngst veröffentlichten Grundlagenstudie zur Integration von nachhaltigen Konsum- und Produktionsmustern analysierten die Welttourismusorganisation (UNWTO) und das UN Umweltprogramm (UNEP) 101 nationale Tourismusstrategien. Alle untersuchten  nationalen Tourismusstrategien erwähnen das Oberthema Nachhaltigkeit zumindest oberflächlich, doch nur 55 Prozent gehen weiter in die Tiefe. Im Rahmen der Studie wurden mehre Einflussbereiche definiert, um die in SDG 12 anvisierten nachhaltigen Konsum- und Produktionsmuster greifbarer zu machen: Biodiversität und Landnutzung, Treibhausgasemissionen, Energie sowie Abfall und Wasser.

Relativ wenige Tourismusstrategien legen konkrete Politikinstrumente fest, um SDG 12 zu erreichen. Sofern vorhanden konzentrieren sich die Instrumente vor allem auf die Bereiche Biodiversität und nachhaltige Landnutzung. Lediglich zwei Prozent der nationalen Tourismusstrategien beinhalten konkrete Politikinstrumente, die auf mehr als zwei der definierten Einflussbereiche Bezug nehmen. Die erwähnten Politikinstrumente stützen sich meist auf freiwillige Maßnahmen, die sich primär an Unternehmen richten. 56 Prozent  der Strategien sehen die Entwicklung von Mechanismen vor, um die nachhaltige Entwicklung des Tourismussektors zu überwachen. Dennoch weisen nur 4 Prozent von ihnen Informationen zum Fortschritt im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit auf.

Die Studie zeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit in den Strategien zumindest auf dem Papier verankert ist. Die Detailergebnisse zur Umsetzung und der Erfassung von Fortschritten, stimmen jedoch wenig optimistisch, dass nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster im Tourismus einkehren werden.

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