Konferenz in Berlin: Ethnologie und Tourismus

Der Ferntourismus in die sogenannten Entwicklungsländer steigt an. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben gezeigt, dass das stetige Wachstum des Tourismus speziell in den Ländern des Südens häufig ethische, soziale und kulturelle Veränderungsprozesse mit Langzeitwirkung verursacht, die wesentlich das Aufgabenfeld der Ethnologie tangieren.

Seit geraumer Zeit besteht eine ständig steigende Nachfrage nach "Social Know-How", die auch von Seiten der Reiseveranstalter, Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit und nicht zuletzt von touristischen Zielgebieten des Südens selbst an die Ethnologie und verwandte Disziplinen herangetragen wird. Auch bei vielen Studenten sozialwissenschaftlicher Fächer ist ein stetig wachsendes Interesse an künftigen Tätigkeiten imTourismusbereich zu beobachten.

Bedingt durch

  • den immer noch zu geringenStellenwert, den der Tourismus in der universitären Ausbildung und Forschung von Ethnologen im deutschsprachigen Raum einnimmt,
  • die bisher unzureichende Verknüpfung von Theorie und Praxis sowie
  • die kaum erfolgte Entwicklung praxisrelevanter Tätigkeitsprofile für Ethnologen im Tourismus

kann die Ethnologie jedoch derzeit weder die bestehende Nachfrage von Außen noch die der Ethnologen mit Interesse an einer beruflichen Tätigkeit im Tourismus erfüllen.

Die zweitägige Konferenz "ETHNO-LOGIEsch IM TOURISMUS" in Berlin soll einen intensiven Dialog über die künftigen Ausbildungsziele, beruflichen Perspektiven und Einsatzfelder sowie Forschungsmöglichkeiten und -schwerpunkte der Ethnologie im Bereich Tourismus fördern. Teilnehmer sind Wissenschaftler und Studierende, die sich mit dem Thema Tourismus auseinandersetzen (wollen), Reiseveranstalter, die die Arbeitsfelder der Ethnologen und verwandter Disziplinen kennen lernen und künftig für sich nutzen möchten, z.B. zur Entwicklung von Sozialkriterien für Reiseprodukte, Reiseleiter, die ihre praktischen Erfahrungen einbringen können, Nichtregierungsorganisationen, die sich mit sozialverträglichem Tourismus auseinandersetzen und bildungspolitisch aktiv sind sowie Vertreter von Institutionen der Entwicklungszusammenarbeit, die sozial- und umweltverträgliche Tourismusprojekte in Entwicklungsländern durchführen.

Die – auch vom EED geförderte – Konferenz enthält Vorträge und Workshops sowie einen "Marktplatz der Möglichkeiten", auf dem sich Projekte und Organisationen präsentieren können und für Fragen zur Verfügungstehen (ohne Tagungsteilnahme möglich).

"ETHNO-LOGIEsch IM TOURISMUS. Chancen, Perspektiven und Voraussetzungen für eine verstärkte Zusammenarbeit". Termin: 5./6. November 2004. Ort: Ethnologisches Museum, Lansstr. 8, 14195 Berlin-Dahlem. Gebühr: 20 Euro, Studierende 10 Euro. Veranstalter: GATE – Gemeinsamer Arbeitskreis Tourismus und Ethnologie e.V., Hamburg. Information und Anmeldung: Susanne Schmitz, Tel. 030/63413357, Fax: 61202584, gate-konferenz@gmx.de,http://www.gate-tourismus.de

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