Nr. 49 Klimawandel (12/2007)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

„Und sie bewegt sich doch“ – die Welttourismusorganisation. Noch vor zwei Jahren sah sie sich selbst und den Tourismus vor allem als Opfer des Klimawandels, als sie erklärte: „Der Klimawandel wird den Fremdenverkehr in zahlreichen Zielgebieten gefährden. Da viele touristische Aktivitäten direkt vom Wetter beeinflusst sind, und Versicherungen zunehmend für Naturkatastrophen aufkommen müssen, sind akkurate Wetterinformationen und die Vorhersage von extremen Klimaverhältnissen künftig besonders wichtig.“ Mit der Erklärung von Davos hat die Branche jetzt einen Paradigmenwechsel vollzogen. Erstmals wird anerkannt, dass der Tourismus Teil des Problems und mitverantwortlich für die Klimaerwärmung ist und einen Beitrag zur Reduzierung der Klimagase leisten muss – mag dieses Ergebnis auch in Anbetracht der Debatten in Davos überraschen, wie Sabine Minninger kommentiert (Seite 5). Auf alle Fälle wird der Klimawandel als Tatsache anerkannt, die den Tourismus zukünftig deutlich beeinflussen und verändern wird. Bleibt zu hoffen, dass die zum Redaktionsschluss noch laufende UN-Klimakonferenz auf Bali Tourismus und Flugverkehr deutlich einbezieht und mit verbindlichen Zielvorgaben den Prozess für das Kyoto-Nachfolgeabkommen einleitet.

Erfreulich sind auch die Erfahrungen aus dem CSR-Projekt für kleine und mittlere Unternehmen, an dem auch die Arbeitsstelle EED-Tourism Watch beteiligt ist. Hier ist ein Leitfaden für CSR-Berichte entstan-den, mit dem touristische Unternehmen Transparenz in ihre Nachhaltigkeitskonzepte bringen und diese ihren Kunden glaubwürdig vermitteln können (siehe S. 7 ff). Auch beim vertieften Blick in „Community-based Tourism“ (S. 12 ff) und bei allen anderen Beiträgen wünschen wir eine anregende Lektüre.

Zum Weihnachtsfest und Jahreswechsel haben wir eine kleine Überraschung vorbereitet. Erstmals mit dieser Ausgabe erstellen wir zu einigen unserer Beiträge und Themenblöcke englische Abstracts, die im Internet unter www.tourism-watch.de zu finden sein werden.

Wir wünschen Ihnen und Euch eine schöne Weihnachtszeit, entspannte Feiertage und ein gesundes, friedliches und erfolgreiches neues Jahr! Und falls Sie zu denen gehören, die sich etwas vornehmen wollen, wie wäre es mit: großzügig bleiben und fair handeln – auch im Tourismus!

Heinz Fuchs      Christina Kamp

Aufruf zu internationaler Solidarität - UNWTO Klimakonferenz in Davos

Um mehr als zwei Grad dürfen die globalen Durchschnittstemperaturen nicht steigen, warnt das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP). Wird diese Schwelle überschritten, bestehe die Gefahr, dass der Klimawandel zu extremen Rückschlägen bei der menschlichen Entwicklung führt. Unter dem Titel „Den Klimawandel bekämpfen: Menschliche Solidarität in einer geteilten Welt“ stellt UNDP in seinem …

UNWTO Klima-Konferenz in Davos

Mit dem Aufruf „Klimawandel und Tourismus – sich den globalen Anforderungen stellen“, startete die 2. Internationale Konferenz der Welttourismusorganisation (UNWTO) zum Thema Klimawandel und Tourismus Anfang Oktober 2007 im schweizerischen Davos – und endete mit der „Davos Declaration“, die Empfehlungen und Zielsetzungen für den Umgang mit dem Klimawandel enthält. Die UNWTO meint, dass …

Kommentar zur UNWTO Klima-Konferenz in Davos

Die Davos-Deklaration und ihre Ziele sind ein Meilenstein zum Klimaschutz im Tourismus und ein erheblicher Fortschritt seit der ersten WTO-Klimakonferenz in Djerba 2003. Die Einsicht der UNWTO und der Reisebranche, sich den Herausforderungen stellen zu müssen, und sich auch selbst an der Lösung des Problems zu beteiligen, ist wegweisend. Die Deklaration bietet eine fundierte Basis, um die Rolle …

Europäische Gewerkschaftskonferenz zum Tourismus

Reisende mögen von Reisen nach Burma absehen, Reiseveranstalter ihre Reiseangebote nach Burma streichen sowie Fluggesellschaften ihre Flüge nach Burma aussetzen, heißt es im Boykottaufruf des Europäischen gewerkschaftlichen Verbindungsausschuss für Tourismus (European Trade Union Liaison Committee on Tourism – ETLC), der Ende Oktober in Portimão, Portugal, veröffentlicht und dort den Teilnehmenden …

6. Europäisches Tourismus-Forum in Portugal

Sprichwörtlich in letzter Sekunde wurde in Portimão der Arade Pavillon fertig gestellt, das bedeutendste Konferenzzentrum an der Algarve, um Ende Oktober 2007 das 6. Europäische Tourismus-Forum zu eröffnen. Dieses Jahr stand das Thema Nachhaltigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen im Mittelpunkt der Konferenz, die jährlich von der Europäischen Kommission veranstaltet wird. Die …

Anleitung zur Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsberichte sollen nachprüfbar Auskunft darüber geben, welche sozialen, ökologischen und ökonomischen Auswirkungen die Geschäftstätigkeit eines Unternehmens hat. Außerdem soll messbar gemacht werden, in welchem Umfang die Ziele und das Leitbild gesellschaftlicher Unternehmensverantwortung tatsächlich umgesetzt werden. Damit solche Berichte aussagekräftig und vergleichbar sind, braucht …

Vom Nachhaltigkeitsbericht zum Gütesiegel

Als eines von fünf Pilotunternehmen im europäischen Projekt „CSR- Reporting Intitiative for Tourism“ war der Lateinamerika-Spezialreiseveranstalter INTI Tours beteiligt, gemeinsam mit der Kontaktstelle für Umwelt und Entwicklung (KATE Stuttgart), EED Tourism Watch und anderen Partnern exemplarisch einen Nachhaltigkeitsbericht zu erstellen und die Erfahrungen auch für andere nachahmbar in einem …

Kinderprostitution in der Dominikanischen Republik

Manche normalerweise gut besuchten Orte in der Dominikanischen Republik werden von Touristen inzwischen gemieden, da dort das Geschäft mit der Kinderprostitution sehr offensichtlich ist und die Urlauber sich dadurch nicht mehr wohl fühlen. Viele Hoteliers haben inzwischen die Notwendigkeit erkannt, dass auch sie aktiv gegen das Verbrechen Kinderprostitution angehen müssen. Unterstützung bekommen …

Peru: Tourismus in Händen von Dorfgemeinschaften

„Community-based tourism“, ein Tourismus, den Dorfgemeinschaften selbst organisieren, wird immer beliebter. Er gilt als ein Weg, um durch den Massentourismus entstandene, krasse Ungleichheiten anzugehen. Am Massentourismus wird schon seit langem kritisiert, dass er die einheimischen, indigenen Bevölkerungsgruppen ausschließt. Zugleich wird ihr 'exotisches' Image genutzt, um Zielgebiete mit …

Community-based Tourism in Lesotho

Ausgerechnet am gefühlten Ende von Afrika, an den Flanken des Höhenzugs Thaba Putsoa, tut sich Vorbildliches: Im Malealea-Tal im Herzen Lesothos gelingt alternativer Tourismus gerade weil die Einheimischen integriert sind und vielfältig profitieren. Ein bisschen stolz sei sie auch, gibt Matsepang Matsitsi zu. Vor allem aber ist sie froh, dass in ihrem Dorf etwas passiert. „Wir konnten doch nicht …

GATS, EPAs und was dann?

In der Welthandelsorganisation (WTO) will es nicht so recht vorwärts gehen. Deshalb hat die Europäische Union einen neuen Weg zur Liberalisierung des globalen Dienstleistungshandels ersonnen. Nicht zuletzt aufgrund des Stillstandes der Doha-Runde der WTO verkündete die EU-Kommission im Oktober 2006 ihre neue Außenhandelsstrategie unter dem Titel „Global Europe. Competing in the World“.

Reiseanalyse 2007: Trend zum ethischen Konsum

Schließt man von der Nachfrage nach fair gehandelten Produkten auf ein Interesse an entsprechenden Reiseangeboten, so lässt sich in der deutschen Bevölkerung ein beachtliches Potenzial feststellen. Dies geht aus einer Untersuchung im Rahmen der Reiseanalyse 2007 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (F.U.R) hervor. Darin hat EED-Tourism Watch nach dem Informationsstand der Reisenden zum …

Ressourcenkiste Geld, Reisen, Rose, Huhn

„Geld, Reisen, Rose, Huhn – was hat das mit global zu tun?“ Zur gleichnamigen Wanderausstellung (s. auch TW 43, Juni 2006) der Kontaktstelle Umwelt und Entwicklung (KATE Stuttgart) gibt es nun eine Ressourcenkiste mit Spielen, Büchern, Bildmaterial, Fragebögen und einer großen Weltkarte aus Stoff. Anhand von vier alltagspraktischen Themen wird Globalisierung anschaulich dargestellt. Zum Thema …

Auf den Punkt – Fair unterwegs in einen Urlaub mit Zukunft

Im Rahmen des Reisepavillons in Stuttgart organisiert EED Tourism Watch, Bonn, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung, Basel, ECPAT, Freiburg und KATE, Stuttgart, ein Hintergrundgespräch zu fairem Handel(n) im Tourismus. Angestoßen wird dabei auch auf die neue Broschüre: „Fair unterwegs in Kerala/Indien“. Gesprächspartner sind u.a. Christine Plüss, Angela Giraldo, Mechtild …

Fachveranstaltung: „Urlaub ohne Wasser? Unmöglich!“

Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Element Wasser ist im Urlaub wie im Alltag unabdingbar – für Reisende ebenso wie für 'Reisemacher'. Deshalb soll mit einer Fachveranstaltung am 19. Januar 2008 auf dem Reisepavillon in Stuttgart der Fokus auf die Wechselwirkungen der Ressource Wasser und der touristischen Nutzung in den Zielgebieten gerichtet werden. Es sollen Herausforderungen benannt und …

Reisepavillon 2008 in Stuttgart

Der 18. Reisepavillon findet vom 18. bis 20. Januar 2008 auf der Neuen Messe Stuttgart statt, zeitgleich zum letzten Wochenende der Urlaubsmesse für Caravan, Motor, Touristik (CMT). Zu den thematischen Höhepunkten gehören „Tourismus und Wasser“, „Touristische Perspektiven in Zeiten des Klimawandels“ sowie „Urlaub in Naturlandschaften“. Der Veranstalterverband „Forum anders reisen“ wird auf dem Reisepavillon 2008 sein 10jähriges Jubiläum feiern.

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