Nr. 38 Tourismus, Die Folgen des Tsunami (03/2005)

Sehr geehrte Damen und Herren,liebe Freundinnen und Freunde,

die Internationale Tourismus-Börse ITB steht in Berlin wieder vor der Tür. Ein beherrschendes Thema werden sicherlich die Folgen der entsetzlichen Tsunami-Katastrophe sein. Auch Teilnehmer des Weltsozialforums (WSF), das in diesem Januar wieder im brasilianischen Porto Alegre stattfand, richteten einen Appell an die internationale Staatengemeinschaft, aktive Solidarität zu zeigen. Wir dokumentieren ihn im Anhang. Natürlich wünschen wir allen Menschen in den Flutgebieten eine rasche Rückkehr zur Normalität, soweit das überhaupt möglich ist! Dabei gehören wir zu denen, die für einen behutsamen, fairen und ökologisch nachhaltigen Wiederaufbau plädieren - ohne "Schnäppchen" und "Traumpreise". Sie finden dazu einige Ausführungen in dieser Ausgabe und zusätzlich auf unserer Website: "Tourismus nach dem Tsunami - ein kommentierender Zwischenruf" (vom 27. Januar 2005).

Im Bereich des entwicklungspolitischen Dialogs ist TOURISM WATCH bekanntlich eine Arbeitsstelle im Evangelischen Entwicklungsdienst (EED). Der EED unterstützt Partnerorganisationen bei langfristigen Entwicklungsprogrammen in über 80 Ländern, vor allem durch finanzielle Förderung, Beratung und Vermittlung von Fachkräften. Partner des EED waren von der Katastrophe nicht unmittelbar betroffen. Durch ihre Ortskenntnis, gute Organisationsstrukturen sowie ihr hohes Maß an gesellschaftlicher Akzeptanz, waren einige - wie z. B. in der indonesischen Provinz Aceh - zur Hilfestellung allerdings mit als erste vor Ort.

Auf der ITB ist TOURISM WATCH in der neuen jung-dynamischen Halle 1.1 "Trends & Events" am Stand 204 präsent. Ausgesuchte Veranstaltungshinweise haben wir im Anschluss zusammengestellt. TOURISM WATCH selbst befasst sich am Freitag und Samstag mit sozialer Verantwortung im Tourismus unter dem Thema "Ein anderes Wachstum ist möglich".

Am Samstag und Sonntag der ITB verleiht der Studienkreis für Tourismus und Entwicklung wieder Preise für Filme und sozialverantwortliche Projekte. Am "To Do!" ist TOURISM WATCH ebenfalls beteiligt. Die Auszeichnungen gehen dieses Mal an sehr interessante Bewerber aus Costa Rica, Nicaragua und Tanzania, s. Seite 3. Die ausführlichen Preisbegründungen und Projektbeschreibungen werden während der Preisverleihung verteilt und sind danach auch in der "To Do!"-Fundgrube auf der Seite www.studienkreis.org nachzulesen.

Vielleicht sehen wir uns auf einer Veranstaltung, am Stand oder bei anderer Gelegenheit auf der ITB!

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs        Ludmilla Tüting

Auszeichnung für Christine Plüss

Dr. Christine Plüss, langjährige Geschäftsführerin des Basler Arbeitskreises Tourismus & Entwicklung, wurde im Januar in Lissabon mit dem "European Tourism Gold Stars Award 2004" geehrt. Damit würdigte die Europäische Reisejournalisten-Vereinigung (European Travel Press/ETP) ihren kontinuierlichen Einsatz für eine faire und maßvolle Tourismusentwicklung. Der ETP gehören Fachjournalisten aus …

Internationale Tourismus-Börse ITB Berlin

Die größte Tourismus-Messe der Welt beginnt in diesem Jahr zum letzten Mal am Freitag und endet am Dienstag, wobei Montag und Dienstag den Fachbesuchern vorbehalten sind. Öffnungszeiten: 10 - 18 Uhr. Info: www.itb-berlin.de Achtung: Ab 2006 findet die ITB von Mittwoch (8.3.) bis Sonntag (12.3.2006) statt! Fachbesuchertage: Mittwoch bis Freitag.

Veranstaltungen (Auswahl)

Freitag, 11. März, 10.00 Uhr, Presse- u. Informationsamt der Bundesregierung, (Pressezentrum), Eingang: Reichstagsufer 14, Raum 4, Berlin. Am Rande der ITB berichten der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) und seine Fachstelle TOURISM WATCH über konkrete Risiken, aber auch über Chancen beim Wiederaufbau der touristisch attraktiven Gebiete, die von der Flutwellen-Katastrophe betroffen sind. Vorgestellt werden Beispiele aus unterschiedlichen Ländern für eine neue Partnerschaft im Tourismus, die die Entwicklungsperspektive der Menschen vor Ort mit einschließt.

Boykottaufrufe

Die "Burma Campaign UK" verstärkt ihren Boykott-Aufruf von Urlaubsreisen nach Burma mit dem Aufruf "I'm Not Going". Dazu schaltete sie die neue Website www.imnotgoing.com , auf der unterzeichnet werden kann. Botswana und "Zentraler Kalahari Wildpark" - Proteste vor der ITB Die internationale Menschenrechts-Organisation "Survival International (SI)", die Stammesvölker weltweit unterstützt, ruft zu …

Globalisierte Tropen: Paradies oder Sündenfall in Brandenburg

Der Traum vom größten Luftschiffbauer Cargolifter endete vor drei Jahren im insolventen Alptraum. Doch die Superlative in Brand (Dahme-Spreewald-Kreis) haben überdauert. Die größte freitragende Halle wurde zum größten künstlichen Tropenparadies der Welt umgebaut. Ein Bauwerk von umweltpolitischer Brisanz, 60 km südöstlich von Berlin. Über die Eröffnung im Dezember 2004 berichteten Medien aus der …

Urlaub unter dem Maschinengewehr?

Auf große Empörung unter Touristen und Reiseveranstaltern stieß eine neue Werbekampagne der staatlichen Tourismusbehörde Nepals. Kaum hatte König Gyanendra am 1. Februar verfassungsrechtlich die alleinige Macht übernommen, die Demokratie abgeschafft und das Kriegsrecht ausgerufen, warb das "Nepal Tourism Board" mit "Vertrauen, Frieden und Stabilität". Ab sofort könne man einen sorgenlosen Urlaub …

Menschenhandel in Burma

Mit fünfzehn entschloss sich Mai aus Kengtung im burmesischen Shan-Staat, für ihre Familie in Thailand Geld zu verdienen. Sie verkaufte Ihren Körper. Ihre allein stehende Mutter konnte für sie und ihre sechs Geschwister nicht mehr aufkommen. Ein "Vermittler" zahlte 10.000 Baht (250 US-Dollar). Im thailändischen Mae Sai arbeitete Mai drei Monate unbezahlt in einem Bordell, bis sie ihre "Schulden" abgearbeitet hatte. Später wurde sie an ein Freudenhaus in Chiang Mai verkauft, wo die heute 20jährige lebt.

Illegale Trophäenjagd in Uganda

Der deutsche Jagdreiseveranstalter CS Jagdkontor vertreibt ohne Genehmigung Ugandas über einen ugandischen Ableger Jagdreisen. Bis zu 2.400 US Dollar kostet in dem ostafrikanischen Land der Abschuss von Kaffernbüffel, Pavian oder seltenen Antilopen. Viele Arten sind in der Internationalen Roten Liste als bedroht eingestuft, einige sogar international geschützt. Der Abschuss erfolgt zum Teil sogar …

Mangroven statt Touristen und Garnelen

Über 300.000 Menschen starben am 26. Dezember des vergangenen Jahres durch die große Flutwelle in Süd- und Südost-Asien. Auch etwa 3.500 Touristen waren unter den Todesopfern, vor allem in Thailand. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Profiteure des Massentourismus, ihre hörigen Spitzenpolitiker und thailändische Bordellbesitzer für eine schnelle Wiederaufnahme des Tourismusgeschäfts …

Küstenabschnitte unbebaut lassen

Auch Klaus Töpfer, Chef des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) in Nairobi, plädiert dafür, Küstenabschnitte unbebaut zu lassen. "Gebäude und Straßen müssen außerhalb dieser Gebiete gebaut werden, da sie ökologisch empfindlich und gleichzeitig durch extreme Wetterereignisse besonders gefährdet sind". Neueste Untersuchungen im Februar hätten gezeigt, dass intakte Mangrovenwälder und …

Sextourismus, Alkohol und eine Atombombe

Wie schon der Terroranschlag "Nine Eleven" in den USA regte auch der Tsunami die Fantasie von Verschwörungstheoretikern und religiösen Fundamentalisten aller Glaubensrichtungen an. An der Spitze der weltweiten Hitliste rangiert der Vorwurf, das sündige Treiben der Touristen habe die "Strafe Gottes bzw. Allahs" herausgefordert. Ähnlich beliebt ist die bizarre Behauptung, ein geheimer indisch …

Ein Hotel packt an

Zwei Monate nach dem Tsunami hat an der Küste Sri Lankas der Wiederaufbau begonnen. Doch viele Menschen sind immer noch in Flüchtlingszelten untergebracht. "Es ist wichtig, dass die Leute so schnell wie möglich aus den "Relief Camps" herauskommen", sagt Ranmali de Silva von den "Barberyn Ayurvedic Resorts". Ein Team des Familienunternehmens arbeitet in Weligama mit den Dorfbewohnern der Umgebung zusammen, um den Wiederaufbau zu unterstützen.

Tourismuspolitik - Einblicke in komplizierte Netzwerke

Ähnlich wie in der Politikwissenschaft ist Tourismuspolitik in den Ausbildungsgängen angehender Touristiker kaum vorhanden. Das ist um so erstaunlicher, da gerade der Tourismus in der Weltpolitik und -wirtschaft eine höchst gewichtige Rolle spielt. Mit seinem Lehrbuch "Tourismuspolitik" schließt Jörn Mundt diese weit klaffende Lücke in der akademischen Tourismusausbildung.

Neue SympathieMagazine

Erneut sind beim "Studienkreis für Tourismus und Entwicklung" in Ammerland drei SympathieMagazine erschienen, Einzelheiten: www.sympathiemagazin.de "Globalisierung verstehen" , Redaktion: Uwe Birnstein, Daniela Prüter, "Indien verstehen" , Redaktion: Rainer Hörig, Pune/Indien, "Mexiko verstehen" , Redaktion: Susanne Asal, Sandra Weiss, "Jordanien verstehen" , Redaktion: Martina Sabra. (Das Heft …

Das Urlaubskartell?

Schon der Titel des Buches enthält eine Unterstellung. Er setzt nämlich die Existenz eines Zusammenschlusses von Großunternehmen voraus, das

Interkulturelle Kompetenz im Tourismus

Reisen in islamisch geprägte Länder - Chancen in schwierigen Zeiten Am 27. und 28. Juni 2005 in der Evangelischen Akademie Tutzing, Starnberger See. Veranstalter: Evangelische Akademie Tutzing, Studienkreis für Tourismus und Entwicklung, InWent. Information und Anmeldung: Susanne Satzger, Tel. 08158/251-126, satzger@ev-akademie-tutzing.de

Kooperation zwischen Freizeitwissenschaft und -wirtschaft

Träume und Wirklichkeiten: Fakten, Trends und Paradoxien in Freizeit ud Tourismus - Kooperation zwischen Freizeitwissenschaft und -wirtschaft Europäische Gesellschaft für Freizeit (European Leisure and Recreation Association/ELRA), an der Hochschule Bremen. 16. - 18. Juni 2005. Der 13. ELRA-Kongress versteht sich als Forum für Freizeitwissenschaftler, Politiker, Planer und Anbieter von …

Umwelt-Werkstatt: Alpen - Himalaya

Ursachen und Folgen am Beispiel Alpen und Himalaya. Theorie und Praxis mit Exkursion und Naturschutzaktion. (Als Bildungsurlaub anerkannt). 12. bis 19. Juni 2005 in Unterjoch, Allgäu. Veranstalter: Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt (ASW), Umwelt-Werkstatt, Hedemannstr. 14, 10969 Berlin, Fax 030/259 40811, www.aswnet.de/Mitmachen

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