Nr. 30 ITB Berlin 2003 - Themen (03/2003)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

Bekanntlich ist TOURISM WATCH eine Arbeitsstelle des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED). Die Integration des Infodienstes in die Reihe der EED-Publikationen hatten wir mit einer LeserInnenbefragung verknüpft. Herzlichen Dank an alle, die sich daran beteiligten!

Ein erstes, ebenso unspektakuläres wie ermutigendes Fazit daraus lautet: Der "Watch" kommt nicht nur bei Medienschaffenden an. Er erreicht zusätzlich immer neue Leserinnen und Leser, insbesondere Auszubildende und Studierende im Tourismus. Wesentlichen Anteil daran hat zweifellos unser Textarchiv unter www.tourism-watch.de. Über 150.000 Besucher im letzten Jahr, fast 20.000 im letzten Monat belegen bei steigender Tendenz die hohe Akzeptanz. Die fast ausnahmslos positiven Rückmeldungen legen ein "Weitermachen wie bisher" nahe.

Dies verpflichtet, auch auf Reisemessen präsent zu sein. Bei der kommenden ITB vom 7. bis zum 11. März ist TOURISM WATCH zusammen mit weiteren DANTE-Mitgliedern am Stand 137 in der Halle 10.2 vertreten. Daneben sind wir am DANTE-Forum beteiligt. Weitere interessante Veranstaltungen haben wir aus dem großen Angebot für Sie herausgefiltert.

Ob es während der ITB in der Reisebranche ein "business as usual" geben wird oder ob möglicherweise im Schatten von Kriegsdrohungen Antworten auf grundlegende Fragen gesucht werden, muss sich zeigen. In der sehr eng geführten Debatte um Sicherheit bleibt leider weitgehend ausgeklammert, wie und ob der Tourismus in Zielgebieten stärker zur sozialen Sicherheit, zu Gerechtigkeit und Frieden beitragen kann. Die von TOURISM WATCH und dem Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung verantwortete DANTE-Initiative "Fair (er) Handel (n) im Tourismus" will dazu Impulse geben. Das Ziel sind verbindliche soziale Standards beim Handel mit Dienstleistungen im Tourismus.

Dass man sich schon vor fast 50 Jahren Gedanken um verantwortliches reisen machte, beweist unser Schmankerl zur 30. Ausgabe von TourismWatch. Viel Vergnügen bei den "Zwölf goldenen Regeln für den Auslandsreisenden". Sie wurden 1955 im Ruhrgebiet (und anderswo?) als amtliche Beilage in Familienpässe geklebt. Mehr wissen wir darüber leider nicht. Zu jener Nachkriegszeit brachen die ersten Deutschen zu einem Urlaub nach Italien auf. "Singe gerne, wenn man Dich darum bittet", lautet Regel Nr. 6, "aber singe nur dann!" Und Regel Nr. 11 rät: "Sei auf Reisen sparsam, aber nicht geizig. Trinke weniger als der Gastgeber, damit Dir umso mehr Zeit bleibt, seine Gastlichkeit zu rühmen".

Vielleicht sehen wir uns in Berlin!

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs        Ludmilla Tüting

Internationale Tourismus-Börse ITB Berlin, 7. bis 11. März 2003

Die ITB hat ihren Ablauf geändert. Die größte Tourismus-Messe der Welt beginnt ab diesem Jahr am Freitag und endet am Dienstag. Der Montag und Dienstag bleiben Fachbesuchern vorbehalten. Info: www.itb-berlin.de Glücklicherweise wurde die NaturErlebnishalle "Travel with sense/Reisen mit allen Sinnen", in diesem Jahr zentral und leicht erreichbar plaziert. Die Halle 10.2 befindet sich gleich neben …

DANTE-Mitglieder. Rethinking Tourism Project umbenannt. Websites

akte – Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung, Basel - www.akte.ch BUND für Umwelt und Naturschutz, Berlin – www.bund.net D.A.R.T. – Dortmunder Arbeitskreis Raumplanung und Tourismus, Dortmund ECPAT Deutschland, Freiburg i. Br. – www.ecpat.de FernWeh – Forum Tourismus & Kritik, Freiburg i. Br. – www.iz3w.org

Blick über die Grenzen

In Österreich wird die entwicklungspolitische Bildungs-, Kultur- und Öffentlichkeitsarbeit von der "Gesellschaft für Kommunikation und Entwicklung - KommEnt" mit Sitz in Salzburg koordiniert. KommEnt berät und prüft Projektanträge, die überwiegend von NGOs gestellt werden, und legt sie den Ministerien zur Entscheidung vor. Die Bundesministerien für auswärtige Angelegenheiten (als Hauptgeldgeber), …

Kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat

Von Birgit Thoma Entgegen weit verbreiteten Meinungen und kulturellen Vorurteilen ist die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in nahezu allen Ländern der Welt grundsätzlich unter Strafe gestellt. Seit Anfang der neunziger Jahre wurden vor allem in den Zielländern des Tourismus die Gesetze zum Schutz der Kinder verbessert und Reformen für eine effektivere Strafverfolgung der Täter …

Gegen das Wegsehen

Eine neue Broschüre mit zahlreichen Informationen, Anschriften und Handlungsvorschlägen erschien Ende 2002 bei ECPAT Deutschland, der "Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung". "Gegen das Wegsehen" enthält 47 Seiten und ist erhältlich bei ECPAT, Postfach 5328, 79020 Freiburg, Tel. 0761/70751-24, Fax -23, info@ecpat.de , www.ecpat.de -tü- (393 Anschläge, 5 Zeilen, März …

"ECPAT International - 2002 Agenda for Action Report"

Anfang 2003 veröffentlichte "ECPAT International", Bangkok, den sehr interessanten Jahresbericht "ECPAT Report on the implementation of the Agenda for Action against the commercial sexual exploitation of children 2001-2002". Er enthält auf 180 Seiten Berichte zu verschiedenen Themen aus der ganzen Welt. www.ecpat.net -tü- (359 Anschläge, 4 Zeilen, März 2003)

Südafrika: Richtlinien für einen verantwortungsvollen Tourismus

"Die Mehrheit der südafrikanischen Bevölkerung ist nie wirklich mit dem Tourismussektor in Kontakt gekommen", stellte die südafrikanische Regierung 1996 in ihrem Tourismuskonzept fest. Auch sechs Jahre später lautete ihre Einschätzung ähnlich: Der Tourismus baue zwar darauf auf, den Lebensraum anderer Menschen in "Zeithäppchen" zu vermieten. Doch die betroffene Bevölkerung profitiere viel zu wenig …

Mit Urmilla Singh auf Erinnerungstour in Durban

In der Küstenstadt Durban haben über die Hälfte der rund 900.000 EinwohnerInnen indische Wurzeln. Ihre Vorfahren kamen unter den britischen Kolonialherren als Plantagenarbeiter nach Südafrika oder liessen sich als Händlerinnen und Handwerker nieder. Der wohl berühmteste Vertreter dieser Bevölkerungsgruppe war Mahatma Gandhi, der 1893 als junger Anwalt nach Südafrika reiste und sich dort 21 Jahre …

Asiatisches Sozialforum in Hyderabad

Um der mangelnden Transparenz der Welthandelsorganisation (WTO) entgegenzuwirken, fordern asiatische Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Liberalisierungsanfragen und -angebote, die von den einzelnen Ländern vorgelegt werden, zu veröffentlichen. Auf dem "Asiatischen Sozialforum", das Anfang Januar im südindischen Hyderabad stattfand, machten Aktivisten gegen die WTO mobil. Im Mittelpunkt standen …

Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes (AA Deutschland)

Sicherheits- und Reisehinweise des AA gibt es im Internet: www.auswaertiges-amt.de oder telefonisch unter den Ansagediensten 01888-17-44444 (0,1057 Cents/Minute) oder 030/5000-44444 und 5000-2000 (gut funktionierende Sprachcomputer). Zu vielen Ländern bestehen auch direkte Nummern, z.B. zu Nepal 030/5000-44446-084. Die einzelnen Endnummern sind am schnellsten dem Videotext zu entnehmen, ARD: Seite …

Kleiner Sicherheitstipp

Nicht immer darf man heutzutage sein (Flug)Gepäck verschließen. Als Notbehelf kann jedoch ein kleiner Schlüsselring dienen, den man in die Löcher der Reisverschluss-Bügel dreht. Für Diebe bedeutet das einen unerwünschten Zeitaufwand, Sicherheitsbeamte dürften den Schlüsselring nach der Kontrolle wieder anbringen. -tü- (356 Anschläge, 4 Zeilen, März 2003)

Tödliche Temperaturen

Im vergangenen Dezember und Januar waren hunderte von Toten in Osteuropa und fast 2000 in Südasien zu beklagen. Während die Quecksilbersäulen in Moskau auf minus 30 Grad, in Murmansk am Polarmeer auf minus 50 und im sibirischen Jakutsk auf minus 60 Grad fielen, erfroren Inder, Bangladeshis und Nepalis bereits bei Temperaturen zwischen plus vier und zehn Grad. In Moskau und in Südasien starben …

Clean-up Trek 2003 in Nepal

Der achte "Clean-up Trek" im nepalischen Himalaya ist in diesem Jahr für Mai im Langtang-Gebiet geplant. Wie schon zuvor findet er in Zusammenarbeit mit einer örtlichen Umweltorganisation statt - bislang unbehelligt von Maoisten. Einzelheiten über den Selbstkostenpreis und genaue Daten gibt es beim "Arbeitskreis Trekking- und Erlebnisreisen (ATE)", Klaus Grätz (Hauser Exkursionen/Nepal-Reisen), …

Der andere Tourismus

Das Jahr des Öko-Tourismus, das die Vereinten Nationen und die Welttourismusorganisation für 2002 ausgerufen hatten, ist vorüber – die Diskussionen darüber sind es nicht. Der traditionell diskussionsfreudige "Reisepavillon" (Ende Januar in Hannover) versuchte sich auf gleich zwei Veranstaltungen an einer Bilanz dieser internationalen Kampagne und rührte so auch an den Kontroversen, die darüber geführt wurden.

Burma-Boykott: Kampagne gegen AUA-Lauda Air

Außer der Lauda Air (Austrian Airlines/AUA) fliegt derzeit keine europäische Fluggesellschaft von Europa nach Burma. Die AUA bedient seit November die Strecke Wien - Rangoon und bereits etwas länger die Route Mailand - Rangoon. Deshalb dehnt die "Burma Campaign Austria" ihren Boykottaufruf gegen die burmesische Militärdiktatur auf die AUA aus, da "die Erlöse aus dem Tourismus direkt dem Erhalt der …

Proteste gegen Giftspritzen auf Korfu

Seit Jahren kämpft der Nürnberger Reiseveranstalter ReNatour auf Korfu gegen den Einsatz von Insektiziden aus der Luft. Das Gift wird illegal von Hubschraubern aus auf Olivenbäume gespritzt und betrifft auch Wanderer und touristische Einrichtungen. Offiziell ist das Besprühen von Olivenbäumen per Fluggerät in der Nähe bewohnter Gebiete verboten. Das schreiben Gerichtsurteile auf Korfu und EU …

Neues von der Esoterik-Abzocke "Himalaya Salz"

Nachschlag zu unserem Bericht in TW 28: Es ist unfasslich, was für ein Schindluder mit dem vermeintlichen "Himalaya-Salz" betrieben wird. Das Steinsalz stammt aus der zweitgrößten Salzmine der Welt in Pakistan und hat nichts mit dem Himalaya oder Tibet zu tun. Zur Klarstellung: Im Himalaya selbst gibt es von einer handvoll kleiner Salzseen abgesehen überhaupt kein Salz, Minen erst gar nicht. Alles …

Zwölf goldene Regeln für den Auslandsreisenden!

Vergiss es nie: In Deutschland bist Du ein Deutscher unter Millionen, im Ausland aber bist Du „Der Deutsche“, nach dessen Worten und Taten der Fremde das Bild Deiner Nation formt. Verheimliche nicht, dass Du von deutschen Eltern stammst, aber sorge dafür, dass der Ausländer von dieser Tatsache angenehm berührt wird.

Lust auf faires Reisen?

"Fair reisen" lautet der Titel einer neuen CD-ROM. Sie zeigt gleichermaßen Problemfelder des Fernreisens und Perspektiven für einen zukunftsweisenden, nachhaltigen Tourismus auf. Anregungen für eine abwechslungsreiche Auseinandersetzung mit dem Thema Fernreisen liefern Textbeiträge, Interviews mit Menschen aus dem Süden, Kurzfilme, Fotos, Tipps für respektvolles Reiseverhalten sowie Literatur- und …

Rikshaw-Ausstellung "Das "Öko-Taxi

Während im Herzen Londons unter lautem Mediengetöse gerade eine "Staugebühr" eingeführt wurde, ermuntern Stadtväter anderswo ihre Bürger zum Autokauf, beispielsweise in China. Da die öffentlichen Verkehrsmittel in zahlreichen Entwicklungsländern sehr unbequem, überfüllt und häufig gefährlich sind - ein "Abenteuer" in Reiseberichten -, strebt jede wohlhabende Familie ein eigenes Auto an. In Asien …

Aktionsplan zum Schutz von Kindern vorgestellt

Die Bundesministerien für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und für Justiz stellen das ressortübergreifende Gesamtkonzept zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch, Kinderpornographie (im Internet), Kinderhandel und Kinderprostitution vor.

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