Nr. 27 Internationales Jahr der Berge 2002 (07/2002)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

Fast entsteht der Eindruck, die gesamte Tourismus-Welt beschäftige sich zur Zeit mit dem sogenannten Ökotourismus. Das parallel verlaufende "Internationale UN-Jahr der Berge 2002" dagegen scheint in Deutschland fast unterzugehen, zumindest nördlich des "Weißwurst-Äquators".

Auch entwicklungspolitische Organisationen schenken diesem wichtigen Thema bei uns wenig Beachtung. Liegt es vielleicht daran, dass die meist städtischen Mitglieder kaum ins Gebirge gehen und deshalb nicht "betroffen" sind?

TOURISM WATCH widmet sich in dieser Ausgabe den Bergen der Welt etwas ausführlicher. Dabei fiel uns wieder einmal auf, dass bei uns einige Begriffe aus "exotischen" Bergkulturen recht gedankenlos verwendet werden. Beispielsweise "gebetsmühlenartig" oder "ein einfaches Mantra lautet...". Beide Begriffe sind religiöser Natur. Gebetsmühlen entstammen dem tibetischen Buddhismus, Mantras sind heilige Gebetsformeln von über einer Milliarde Hindus und Buddhisten. Als "Sherpas" werden seit einigen Jahren politische Mitarbeiter (Zuträger) bezeichnet, die im Hintergrund die Strippen ziehen. Ob das wohl entstanden ist, weil die Sherpas aus dem Himalaya hier meistens fälschlicherweise als "Träger" angesehen werden? Tatsächlich ist es eine Volksgruppe aus Nepal. Auch das vermeintliche Jungbrunnen-Paradies "Shangri-La" stammt aus dem Himalaya und ist eine Verballhornung des spirituellen Königreichs "Shambala"...

Eine ganz andere Frage ist, welchen Stellenwert der Tourismus beim Weltgipfel für Umwelt und Entwicklung Ende August im südafrikanischen Johannesburg einnehmen wird. Dazu dokumentieren wir im Anhang einen offenen Brief an den UNO Generalsekretär.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs        Ludmilla Tüting

Internationales Jahr der Berge 2002 (IYM 2002)

Gebirge bedecken ein Viertel der kontinentalen Erdoberfläche. Sie sind Heimat für ein Zehntel der Weltbevölkerung und liefern Wasser für fast die Hälfte der Menschheit. Berge haben als Wirtschaftsräume, Wasserreservoire, Energiespender, Rohstofflieferanten (z.B. Holz und Mineralien) sowie natürliche Landesgrenzen eine große Bedeutung. Sie sind darüber hinaus wichtige Zentren der Artenvielfalt, des …

Websites zum Jahr der Berge und zu Gebirgen allgemein:

www.unep.wcmc.org/habitats/mountains - Umweltschutzprogramm der UN (UNEP) www.mtn.forum.org - Mountain Forum-Netzwerk. Vielfältiges Portal www.berge2002.de - Deutsche Website zum Jahr der Berge www.berge2002.at - Österreichische Seite www.berge2002.ch - Schweizer Seite www.berge2002.li - Liechtenstein www.montagna.org - Italien www.montanea.org - Frankreich www.cipra.org - Internationale …

Heilige Berge

Der Kultur von Millionen Gebirgsbewohnern wird somit die gebührende Beachtung verwehrt. Der folgende Beitrag möchte diesen Aspekt durch einige Beispiele beleuchten. Bergsteiger betrachten die Alpen, den Himalaya oder die Anden als Giganten aus Fels und Eis, auf denen sie an ihre Grenzen stoßen können. Bergwanderer erfreuen sich einfach am Anblick schneebedeckter Gipfel und empfinden sie als Balsam …

Disneyland in Machu Picchu?

Nach einem verlorenen Aufstand gegen die spanischen Kolonialherren im 16. Jahrhundert floh der Inkakönig Manco Capac ins unzugängliche peruanische Hochland. Dort, in den Bergen von Cuzco, bestand bereits ein Zufluchtsort – das heutige Machu Picchu. Manco Capac gründete derweil einige weitere Städte in einer Region, die Vilcabamba genannt wurde. Diese Festungsstädte, in denen bis zu 4000 Menschen …

Der Berg der Wahrheit

Eine der Motivationen, auf Berge zu steigen, ist der Wunsch, dem Himmel näher zu sein. Das muss nicht im engeren Sinn religiös gemeint sein, aber bei längeren oder höheren Touren hat wohl jeder schon die Erfahrung gemacht, mit einer neuen Erkenntnis oder irgendwie ein bisschen "weiser“ vom Berg zurückzukommen. Nur wenigen gelingt es aber, auf einem Berg wirklich erleuchtet zu werden. Die Wahrheit …

"Lebenszeichen 2002"

Gesellschaft für bedrohte Völker: Lebenszeichen 2002, Jahreskalender DIN A 3, 13 großformatige Farbbilder, 14 sw-Bilder. Dieser Kalender ist den Bergvölkern weltweit gewidmet, wobei die ausführlichen Texte auf den Rückseiten der Bilder der interessanteste Teil sind. Evtl. muss man etwas nach einer Ausgabe suchen, die von der österreichischen Sektion zusammengestellt wurde. GfbV, Postfach 2024, …

"Alpenstädte"

Manfred Perlik: Alpenstädte - Zwischen Metropolisation und neuer Eigenständigkeit, Bern 2001, 200 S.

"TO DO!" 2001: Dreimal "Best Practice" im Tourismus

Im siebten Jahr seiner Durchführung wurde der "TO DO!“-Preis für sozialverantwortlichen Tourismus an je ein Projekt aus Indien, Nepal und Peru verliehen. Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin prämierte der "Studienkreis für Tourismus und Entwicklung" das Tourismus- und Dorfentwicklungsprojekt "Basis International“ aus Sreekandamangalam im südindischen Kerala, das "Tengboche Devel

Neues von TEN und ECTWT

TEN, das 1981 gegründete Netzwerk "Third World Tourism European Ecumenical Network", hat seinen Namen verkürzt. Heute reicht "Tourism European/Ecumenical Network". TOURISM WATCH hat im Rahmen der Mitgliederkoordinierung für TEN eine Webseite eingerichtet. Seit kurzem führt www.ten-tourism.org . zu den Mitgliedsorganisationen aus derzeit acht europäischen Ländern. Die 1982 gegründete …

Masterstudium "Nachhaltiger Tourismus" an der FH Eberswalde

Ab dem Wintersemester 2002 bietet die Fachhochschule Eberswalde den neuen Studiengang "Nachhaltiger Tourismus" an. In drei Semestern werden künftig Hochschulabsolventen zum international anerkannten "Master of Sustainable Tourism Management" qualifiziert. Einmalig in Deutschland ist dabei die Zusammenarbeit der Fachbereiche Landschaftsnutzung/Naturschutz und Wirtschaft. Im Mittelpunkt steht neben …

Aktiver Umweltschutz im Gebirge

Wer selbst einmal in den Bergen aktiven Umweltschutz betreiben möchte, kann beispielsweise Bäume pflanzen und beim Wegebau helfen. Das 1987 von Greenpeace-Aktivisten gegründete "Bergwald-Projekt" bietet dazu jeden Sommer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausreichend Gelegenheit: www.regenwaldprojekt.ch . Kinder und Jugendliche zwischen 9 und 25 Jahren können bei "Umweltbaustellen" der …

Kleiderordnung I - Bali 2002

If you wish to enter the temple you have to be dressed properly, in respect for Balinese Hindu Religion. Please wear a scarf around your waist if there is no ceremony. To join the temple ceremony or any religious event, please wear the full traditionell Balinese costume. For women: Wear Sarong, Kebaya or sleeved shirt & scarf around the waist. For men: Wear sarong, head dress, sleeved shirt "Saput …

Kleiderordnung II - Deutschland 2002

Egal, wie heiß es wird: Freizügige Kleidung bleibt im Büro ein Tabu. Laut Stilberaterin Eva Link gilt für Damen: Seidenstrümpfe sind Pflicht, Röcke müssen mindestens Businesslänge haben (=knielang). Bloß keine Sandalen, die auch Männern ganz klar verboten sind! Schlimmer ist nur noch das Hawaihemd im Büro. Es herrscht vor allem Krawattenpflicht. Freizügigkeit hat im Büro nichts zu suchen. Aus ARD …

Tourismus auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg: Ein Schritt vor und zwei zurück

Entgegen ursprünglichen Erwartungen von Fachleuten erhält der Tourismus im Entwurf zum "Draft Plan of Implementation“, der auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) vom kommenden August in Johannesburg verabschiedet werden soll, nun doch einen gewissen Stellenwert mit einem eigens ihm gewidmeten Paragraphen und konkreten Empfehlungen. Entwicklungs- und Umweltorganisationen aus …

Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung: Offener Brief an Kofi Annan

Tourismus als Querschnittsaufgabe der Politik wird auch auf dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung in Johannesburg eine Rolle spielen. Was die Netzwerke DANTE (Die Arbeitsgemeinschaft für NachhaltigeTourismusEntwicklung) und TEN (Tourism European/Ecumenical Network) hinsichtlich des Schlußdokumentes erwarten, haben sie in einem Offenen Brief an Kofi Annan, den Generalsekretär der Vereinten …

Infoservice

Die wichtigsten Hintergründe alle zwei bis drei Monate im Abo Hier abonnieren