Nr. 25 (12/2001)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

als im September 1993 die erste Ausgabe von TourismWatch - Informationsdienst "Dritte Welt"-Tourismus erschien, waren wir nicht sicher, ob unser "Wotsch" auf ausreichendes Interesse stoßen würde. Wir erhofften es. Denn es gab bis dahin keine regelmäßige Publikation in deutscher Sprache, die sich schwerpunktmäßig und kritisch mit Tourismus in Entwicklungsländern befaßte. Die Rückmeldungen waren und sind eine großartige Ermutigung. Mit Nummer 16 wurde eine Mailingliste eingerichtet und seitdem sind wir auch online zu lesen. Zu unserer eigenen Überraschung stellen wir immer wieder fest, wie spannend Rückblicke in ältere Ausgaben sind und welch interessantes Archiv letztlich entstanden ist.

Heute am 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, erscheint die 25. Ausgabe. Über dieses kleine Jubiläum freuen wir uns ganz besonders.

Aufmerksame Touristen können schon lange nicht mehr die Augen vor Menschenrechtsverletzungen in zahlreichen Ländern verschließen - Deutschland eingeschlossen. In dieser Ausgabe haben wir erneut einige Beiträge zu diesem unerfreulichen Thema abgedruckt.

Besonders brutal ist die sexuelle kommerzielle Ausbeutung von Kindern. Für den Schutz Minderjähriger setzt sich beispielsweise seit Jahren die internationale Kinderrechts-organisation ECPAT ein. TOURISM WATCH ist von Anfang an beteiligt und gehört u.a. dem Vorstand von ECPAT-Deutschland e.V. an. Im Anhang finden Sie einen neuen Vorstoß, der die Tourismusbranche konkret und aktiv miteinbezieht. Einzelheiten entnehmen Sie bitte dem beigefügten Faltblatt "Kleine Seelen, große Gefahr", das die im Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalterverband (DRV) zusammengeschlossenen Unternehmen ab der laufenden Wintersaison an ihre Kunden verteilen.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs        Ludmilla Tüting

Kulturschock Deutschland

Bei meinem letzten Deutschlandbesuch fiel mir ein kleines Buch mit dem Titel "Reisen mit Respekt" * in die Hände. Das Büchlein möchte durch zahlreiche Ratschläge einen verantwortlichen Tourismus bewirken und richtet sich hauptsächlich an deutsche Ferntouristen. Unter anderem ist folgende Empfehlung zu lesen: "Wir lieben Wärme und Sonne. Dies gibt aber niemandem das Recht, in Strandkleidern durch …

Dem Terror keine Chance

Terroristen können behaupten, sie seien Katholiken, Protestanten, Juden oder Moslems, aber sie vertreten diese Glaubensgemeinschaften in keiner Weise. Wir, 46 Reiseleiterinnen und Reiseleiter eines Landes, dessen Bevölkerung zu 98 Prozent Moslems sind, haben jahrelang - zusammen mit unseren Kolleginnen und Kollegen - hunderttausende Gäste aus anderen Ländern, Religionen, Sprachen und Kulturen …

Südindien: Zugebaut und vollgemüllt

Abgeschrieben, so kann man Kovalam heute nennen, und so nennen es viele, die den Rückgang der Touristenzahlen über die letzten Jahre beobachtet haben. Neben Goa einst einer der beliebtesten Strände in Südindien, steht Kovalam heute auf der schwarzen Liste einschlägiger Indien-Reiseführer - und damit auch vieler Touristen. Nachdem das einstige Hippie-Paradies im Bundesstaat Kerala Mitte der 1990er …

Plastik vermeiden!

An die Bürger und Besucher von Goa wendet sich die "Plastic Free Goa"-Kampagne. Sie versucht seit über einem Jahr, den südindischen Bundesstaat und seine beliebten Strände von Plastikmüll zu befreien. Im Visier haben die Umweltschützer vor allem Plastiktüten und Trinkwasser-Plastikflaschen, die in großen Mengen von Touristen gekauft werden. Gesetze zur Müllvermeidung waren bislang wenig hilfreich, …

Spielball der Märkte

Die "Entscheidungsträger und Meinungsmacher" waren sich einig: Bei den Hintergründen für die Terroranschläge in den USA spielen auch touristische Aspekte eine Rolle. Wer die Attentate unter dem Gesichtspunkt der extrem ungleichen Güterverteilung auf der Welt interpretiere, hieß es beim jüngsten "Ammerlander Gespräch", komme am Tourismus als Manifestation des Wohlstands in den häufig armen Zielländern nicht vorbei.

Spielball der NGOs

Nichtregierungsorganisationen (NGOs) rufen immer wieder zum Boykott von Ländern auf, in denen Menschenrechte verletzt werden, allen voran Burma. Dazu Regina Spöttl , Regionalbeauftragte Naher Osten von amnesty international (ai) : "Ich würde mich vorher genau nach der Situation der Menschenrechte erkundigen und dann mein Gewissen befragen. Meistens sind die Menschenrechtsverletzer nicht die …

Urlaub auf dem Dach der Welt

Tibetreisende haben sich in der Vergangenheit als äußerst effektiv erwiesen, wenn es darum ging, die Einhaltung der Menschenrechte zu überwachen und zu untersuchen. Werden jetzt, da die chinesische Staatsmacht den Tourismus in Tibet massiv forciert, die "gewöhnlichen" Touristen den Unabhängigkeitskampf der Tibeter fördern oder werden sie ihn behindern? Wer Geld oder Zeit hat, kann nach Tibet …

Ein Volk wehrt sich

Polareskimo, das sind die nördlichsten Bewohner der Welt. Wenn wir sie "Eskimo" nennen und nicht "Inuit", dann deshalb, weil sie uns dadurch geläufiger sind, und sie sich selbst vor Fremden als "Eskimo" bezeichnen. 1811 hielten sie die Segelschiffe des Engländers John Ross für Vögel. Denn sie glaubten, sie seien die einzigen Menschen der Welt. Über Jahrhunderte hinweg hatten die Polareskimo in …

TOURISM WATCH auf dem "Reisepavillon" in Hannover

TOURISM WATCH ist mit drei Veranstaltungen auf dem "Reisepavillon" vertreten, einer alternativen Reisemesse für umwelt- und sozialverantwortlichen Tourismus, die vom 18.-20. Januar 2002 im Congress Centrum Hannover stattfindet. (vgl. TW 24, S. 15) 1. Teil: Ökotouristische Ansätze in Armenien - Referent: Karen Nazaryan, Eriwan, Armenien 2. Teil: Ökotouristische Ansätze in Georgien - Referent: Tamaz …

Faltblatt "Kleine Seelen, große Gefahr"

So helfen Sie mit, Kinder in Urlaubsländernvor sexuellem Missbrauch zu schützen. Flattblatt von ECPAT Deutschland, dem Deutscher Reisebüro und Reiseveranstalter Verband e.V. Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes / Zentrale Geschäftsstelle Hier zum Download als pdf-Datei

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