Nr. 24 Terrorismus, Klimawandel (10/2001)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

vielleicht ergeht es Ihnen wie uns, und Sie durchlaufen seit den Infernos von New York und Washington D.C. auch ein ständiges Wechselbad der Gefühle. Es schwankt zwischen blankem Entsetzen, Trauer, Wut, Verunsicherung und Angst vor weiteren Terror-Attacken oder einem amerikanischen Militärschlag mit europäischer Unterstützung.

Täglich, häufig stündlich, erreichen uns neue Nachrichten. Gerade explodierte beispielsweise ein russisches Passagierflugzeug auf dem Weg von Tel Aviv nach Sibirien in der Luft und stürzte ins Schwarze Meer, was die internationale Verunsicherung erneut verstärkt. Die Ursachen sind bei Redaktionsschluß noch nicht bekannt.

Unser ganzes Mitgefühl gehört den Menschen in rund 60 Ländern, die ihre Angehörigen und Freunde - vor den Augen der Weltöffentlichkeit - auf brutalste Weise verloren. Diese Bilder, die die Welt in ihren Grundfesten erschütterten, bleiben im Gedächtnis eingebrannt.

Trotzdem sollten wir das neugeflügelte Wort "Nichts ist mehr wie es war" auch als Chance begreifen und verstärkt gegen Ungerechtigkeit, Ausbeutung, Haß, Intoleranz und die Arroganz der Mächtigen kämpfen. Interkulturelle Verständigung ist wichtiger denn je, im Alltag ebenso wie in unseren Ferien. Deshalb schlagen wir in dieser Ausgabe eine Reihe ausgezeichneter Bücher zu diesem Thema vor.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs        Ludmilla Tüting

Die Krise als Chance nutzen

Der folgende Leserbrief aus der Fachzeitschrift "Fremdenverkehrswirtschaft" ( www.fvw.de ) zeigt, daß auch innerhalb der Tourismusbranche über Ursachen der Terroranschläge nachgedacht wird. Gleichwohl stellt er eine Ausnahme dar. Die Zuschrift stammt von Rainer Nuyken, Atouro Gruppen- und Sonderreisen, 74199 Untergruppenbach, www.atouro.de "Die Motive, aus denen radikale Islamisten die USA …

Freizeit unter den Taliban...

In den vergangenen Tagen flimmerte mehrfach der sehr beeindruckende Film "Im Reich der Finsternis" über unsere Bildschirme*. Die britische Journalistin Saira Shah, deren Vater aus Afghanistan stammt, zeigt darin die Terrorherrschaft der Taliban mit teilweise versteckter Kamera. Sie zeigt ein "Land, das sein eigenes Volk tötet und Zivilisten abschlachtet. Die Welt scheint das hinzunehmen." In …

Ökotourismus in Berggebieten

(Die im folgenden Beitrag beschriebene Konferenz begann übrigens am Tag nach den Terroranschlägen in den USA und fand ganz unter dem Eindruck des unfaßbaren Geschehens statt.) Im österreichischen St. Johann diskutierten die Umweltorganisation der UN (UNEP), die Welttourismusorganisation (WTO) und NGOs über die Zukunft eines nachhaltigen (sustainable) Tourismus in den Bergen. Es ging um die …

Undifferenzierte Forderungen

In großen Teilen Asiens ist man wegen großer Wasserflächen, hoher Gebirge, häufig miserabler oder fehlender Straßen und teilweise riesiger Entfernungen auf das Flugzeug angewiesen. Da ist es ein Unding, aus dem kleinen deutschen Wohlfahrtsparadies mit vergleichsweise luxuriösen öffentlichen Verkehrsmitteln pauschal zu fordern, auf das Flugzeug zu verzichten und die "sanfte" Bahn zu benutzen. Wenn …

Ferntourismus schädigt das Klima

Die Nachhaltigkeitsdebatte hat seit einigen Jahren auch die Tourismusindustrie erfaßt, mit Erfolg: Die meisten großen Reiseveranstalter haben heute eigene Umweltbeauftragte und entwickeln unternehmensspezifische Umweltstrategien. Ein zentraler Aspekt wird in den Plänen zur nachhaltigen Entwicklung allerdings gern ausgeklammert: die touristische Mobilität.

Tourismus als Armutsbekämpfung?

Ökotourismus, nachhaltige Entwicklung, Indigenen-Förderung... Solche Schlagworte bezaubern die Tourismusdiskussion bis in die Sahara, wo die Tuareg um die Krümel des internationalen Reisekuchens ringen. Die teils noch nomadisierenden Sahara-Bewohner sind in Europa bekannt als die verschleierten "Wüstenritter", die mit ihren Kamelkarawanen durch diverse Abenteuerfilme und Kaffeewerbungen ziehen. …

Brücken bauen zwischen Politik und touristischem Alltag

New Delhi (TW). Wenn sich die Vereinten Nationen mit Tourismus beschäftigen, scheint das mit der Realität der Menschen in den touristischen Zielgebieten zunächst wenig zu tun zu haben. Daß es sich dennoch lohnt, die Brücke zwischen der höchsten (wenn auch wenig verbindlichen) Politikebene und dem touristischen Alltag zu bauen, bekräftigten 13 Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus sieben Ländern auf dem internationalen Workshop "Tourism towards 2002" im September in der indischen Hauptstadt New Delhi.

"Miteinander leben" in Berlin

In dieser hervorragenden Reihe der Berliner Ausländerbeauftragten, Barbara John, sind wieder einige neue Titel erschienen. Die dicken Broschüren, auf die wir bereits mehrfach hinwiesen, sind durchaus auch außerhalb Berlins zu empfehlen! Erinnert sei ebenfalls an Produkte aus Öffentlichkeitskampagnen, z.B. Poster, Bierdeckel, Kaffeebecher, Postkartensets und Einkaufstaschen aus Baumwolle mit den …

Reisepavillon in Hannover und Börse für nachhaltiges Reisen in Berlin

Zum 12. Mal findet im Januar in Hannover der "Reisepavillon" statt, der "Marktplatz für anderes reisen", eine Reisemesse für umwelt- und sozialverantwortlichen Tourismus. Termin: 18. - 20. Januar 2002. Informationen über Messe und Rahmenprogramm: Stattreisen Hannover, Hausmannstr. 9-10, 30159 Hannover, Tel. 0511/1694167, Fax 1640391, E-mail: reisepavillon@stattreisen.de , www.reisepavillon-online …

Anti-Rassismus-Training

Im nächsten Jahr finden in Berlin drei zusammenhängende Anti-Rassismus-Trainings statt, die nicht einzeln gebucht werden können. Veranstalter: Heinrich-Böll-Stiftung, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika und das Inkota-Netzwerk, alle Berlin. Info und Anmeldung: Prasad Reddy, Tel. 030/42851605, Fax 4289112, E-mail: reddy@inkota.de (376 Anschläge. 7 Zeilen, Oktober 2001)

Das TourismWatch-Adressbuch

Organisationen, die sich schwerpunktmäßig mit Tourismus und seinen Auswirkungen befassen Stand: Oktober 2001 (Einschränkungen: * = Kein Schwerpunkt, aber regelmäßige Berichterstattung, ** wichtige Hintergrundinformationen zu Zielgebieten in der "Dritten Welt") RP: Regelmäßige Publikationen, B = eigene Buchtitel Arbeitskreis Tourismus & Entwicklung Missionsstr. 21, CH-4003 Basel, Tel. +41(0)6126147 …

"Reisen mit Respekt"

Neue Publikation von TOURISM WATCH "Die wirkliche Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu erforschen, sondern darin, mit neuen Augen zu sehen". Davon war der bekannte französische Schriftsteller Marcel Proust, der von 1871 bis 1922 lebte, zutiefst überzeugt. Seine Erkenntnis gilt heute mehr denn je und wurde deshalb zum Motto für das Büchlein "Reisen mit Respekt" erkoren. Durch …

"Sprachschlüssel Ökotourismus"

Vorsicht! Ökotourismus ist ein Heilmittel. Offiziell sind den Fachleuten bislang weder Risiken noch Nebenwirkungen bekannt; sie raten zum bedenkenlosen Konsum. Sollten dennoch Bedenken auftreten, lesen Sie bitte den "Beipackzettel" - d.h. das Informationspaket zum Thema Ökotourismus - auf unserer Homepage www.akte.ch . Zur Entschlüsselung der wichtigsten Schlüsselbegriffe empfehlen wir Ihnen den …

Infoservice

Die wichtigsten Hintergründe alle zwei bis drei Monate im Abo Hier abonnieren