Nr. 17 (12/1999)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

Der Tod von Martin Stäber, der bis zu seiner Pensionierung im Sommer d.J. elf Jahre die Fachstelle Ferntourismus/Tourism Watch leitete, hat uns erschüttert. Aus der Distanz des Ruheständlers, der das Schöne tut und das Unangenehme meidet, wollte er der uns verbunden bleiben. Leider war ihm dieser Lebensabschnitt nicht mehr geschenkt. Als sein Nachfolger hätte ich mir noch lange seine Erfahrung, seine Kompetenz und seinen Rat als Begleiter in der tourismuskritischen Arbeit gewünscht. Werner Gebert, Freund und Kollege, erinnert in seinem Nachruf an einen „großen Ökumeniker“.
Unser Mitstreiter, der Dichter und Menschenrechtsanwalt Cecil Rajendra aus Malaysia, weltbekannt durch sein Gedicht „Als die Touristen kamen“, schrieb einen nachdenklichen Nachruf auf das hinter uns liegende Jahrhundert, den wir mit Ihnen und Euch teilen möchtern. Persönlich allerdings sehen wir „trotzalledem“ hoffnungsvoll in die Zukunft.

Allen Leserinnen und Lesern, Freundinnen und Freunden des Tourism Watch-Informationsdienstes wünschen wir ebenso besinnliche wie ermutigende Weihnachten und einen ganz unaufgeregten Jahrtausendwechsel.

Heinz Fuchs                                        Ludmilla Tüting

25 Jahre Sympathie Magazine

"Ich" prangt auf dem Titelblatt der Jubiläumsausgabe "Tourismus verstehen", das der Studienkreis zum 25jährigen Bestehen der beliebten Sympathie Magazine herausgegeben hat. Das "Ich" aus dem doppelsinnigen Zitat "Ah, daß ich nicht alle Menschen und überall bin" von Fernando Pesoa zieht sich als zentraler Baustein durch das ganze Heft.

Vorbereitung für Verständigung?

"Reiseführer sind manchmal bessere Ratgeber als die Medien, wenn es um Afrika geht". Zu diesem Ergebnis kommt die Initiative "Pro Afrika" in ihrer Analyse deutschsprachiger Afrika-Reiseführer. Nicht zuletzt liege es in der Natur der Reiseführer, die Vorzüge des Reiselandes zu betonen, während die deutschen Medien ein "eher düsteres und wenig differenziertes Bild des großen Nachbarn" zeichneten. …

Amerika, Du hast es besser!

"Amerika, Du hast es besser!" Das hat Goethe gesagt und damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Sogar der Reiseleiter, der in den USA unterwegs ist, hat es besser als derjenige, der sich beispielsweise in Indien bemüht, seine Schutzbefohlenen am Begehen der ärgsten touristischen Sünden zu hindern. Das liegt z.B. daran, daß so gut wie keine amerikanische Hausfrau an den Ufern des Colorado Rivers …

Ausstellung: "Ist anders reisen anders?"

Die 14 auf Spanplatten im DIN A1-Format aufgezogenen Tafeln mit Bildern und kurzen Texten werfen Fragen rund um den Tourismus auf. Dabei wird besonderer Wert auf die Auswirkungen des Tourismus in Ländern der "Dritten Welt" und des vermeintlich "sanften" Alternativtourismus gelegt. Zur Ausstellung gehört eine Weltkarte (130 cm x 180 cm) mit Zahlenmaterial zur ökonomischen und touristischen …

Man nannte sie Comfort Women

Drei mutige Koreanerinnen brachten 1991 den Stein ins Rollen. Sie überwanden ihre Scham und gingen an die Öffentlichkeit, weitere weibliche Opfer meldeten sich nach fast 50 Jahren entsetzten und beschämten Schweigens: Zwangsprostituierte des Zweiten Weltkriegs. Nach heutigem Wissensstand hat die Japanische Kaiserliche Armee Zwangsprostitution schon früher in den besetzten Gebieten, spätestens aber …

Von der Kampagne zur internationalen Organisation

Die in über 45 Ländern aktive Kampagne gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern, ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for sexual Purposes), hatte kürzlich zur ersten weltweiten Versammlung nach Bangkok eingeladen. Die 150 Delegierten sowie Beobachter der EU und internationaler Organisationen wie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) waren …

Elektrischer Stuhl als Touristenattraktion

Huntsville/Rom. Die texanische Kleinstadt Huntsville, nördlich von Houston gelegen, hält einen traurigen Rekord. Dort werden die meisten Todesurteile in den USA vollstreckt. Fast ein Drittel der 36.000 Einwohner lebt von der Todesmaschinerie, sei es durch Arbeitsplätze in sieben Gefängnissen, den Verkauf von Produkten, die die 15.000 Insassen herstellen, oder durch einen makabren Todestourismus. …

Ganz privat

Mal ehrlich - mit Reisen kann man nicht mehr angeben. Wenn die Fußpflegerin nach Hawaii düst, das Rentnerehepaar von gegenüber herzlos die Hängegeranien vertrocknen lässt, um auf Kreuzfahrt zu gehen, und Detlef vom Getränkemarkt in Kanada durch den Tiefschnee brettert, dann taugen touristische Unternehmungen nicht, um Eindruck zu machen. Und die Alternative - Überlebenstraining im Amazonasdelta …

ITB-Initiative 2000

Die "ITB-Initiative 2000" des ad-hoc-Arbeitskreises Tourismus im "Forum Umwelt und Entwicklung" nimmt klare Konturen an. Tourism Watch beteiligt sich hierbei im Rahmen eines gemeinsamen Standkonzeptes auf der Internationalen Tourismus-Börse Berlin (ITB). Daneben ist Tourism Watch Mitträger eines internationalen Workshops im Vorfeld der ITB, durch den Partizipationsmöglichkeiten von Nord- und Süd-NGOs verbessert und effektiver gemacht werden sollen. Vorbereitend und ergänzend dazu ist bereits jetzt ein entsprechendes Internet-Forum im Aufbau.

Interkultureller Kalender

Ein Interkultureller Kalender mit den wichtigsten Festdaten der Weltreligionen ist gegen eine Schutzgebühr von einer Mark erhältlich bei der Ausländerbeauftragten des Senats Potsdamer Str. 65 10785 Berlin Tel. 030/9017-2357 oder -2302 Fax 030-2625 407

Nachruf

Am 23. November 1999 ist Martin Stäbler, der langjährige Leiter von "Tourism Watch", nach kurzer schwerer Krankheit gestorben. Er hat sich in vier Jahrzehnten ökumenischem Engagements auch international ein hohes Ansehen erworben. Martin Stäbler wurde am 15. Juni 1935 in Stuttgart-Plieningen geboren. Von 1959 bis 1965 war er Jugendbildungsreferent in Bad Boll und anschließend für sechs Jahre als …

"Heilig Land 2000": Dem Frieden eine Chance geben

Ein neuer Leitfaden, "Palästina/Israel: Fair reisen!", ermöglicht die umsichtige Planung und Vorbereitung einer Reise auf neuen Wegen durchs "Heilige Land". Am "Ort , wo alles begann", sollen auch die palästinensischen AnbieterInnen vom Tourismusboom profitieren.

Reiseleiter-Training in Bethlehem

Bethlehem. Im kommenden Jahr zählt Bethlehem zu den voraussichtlich meistbesuchten Orten. Doch es mangelt an palästinensischen Reiseleitern. Für sie hat deshalb der Ammerlander "Studienkreis für Tourismus und Entwicklung" im November 1999 zusammen mit "Tourism Watch" ein erstes interkulturelles Training durchgeführt. Die Tradition der Ausbildung der lokalen Guides war seit dem Sechs-Tage-Krieg …

Ziemlich nahtlos

Japanische Männer eröffneten Mitte der 60er Jahre in Südkorea den Reigen der Sextouristen. Sie stellen noch heute das größte organisierte Klientel in Südostasien und können die Frauen bereits zuhause im Katalog auswählen. Sextourismus, so wie er im Westen bekannt ist, begann ebenfalls mit Soldaten, mit amerikanischen, die in Asien stationiert waren. Für sie errichtete die US-Armee in den 60er …

Türkei-Tourismus: Über die Besonderheiten eines keineswegs "normalen" Urlaubslandes

Auf Einladung des Studienkreises für Tourismus und Entwicklung trafen sich in München Entscheidungsträger der Tourismuswirtschaft und Medienvertreter zu einem ausführlichen Hintergrundgespräch über den schwer gebeutelten Türkei-Tourismus. Die deutschen und österreichischen Großveranstalter waren durch die Vorstände von TUI (Hannover) und Gulet Touropa Touristik (Wien) vertreten sowie durch die …

Workshops "Ökumenische Partnerschaftsreisen"

We don't need visitors who come and go, We need friends with whom to grow. (Shatila Camp, Palästina) Der "Ausschuß für Entwicklungsbezogene Bildung und Publizistik (ABP)" der evangelischen Entwicklungsdienste fördert seit über 20 Jahren entwicklungs-politische Begegnungen und ökumenische Lernreisen von Nord nach Süd und von Süd nach Nord. In rund 2000 geförderten Maßnahmen waren direkt ca. 10.000 …

Globaler Ethik-Kodex für den Tourismus der Welttourismus-Organisation (WTO)

DOKUMENT PRÄAMBEL Wir, die Vertreter der Welttourismuswirtschaft, Delegierte der Staaten, Territorien, Unternehmen, Institutionen und Gremien, die Mitglieder der Welttourismus-Organisation (WTO) sind, versammelt zur Generalversammlung in Santiago, Chile, an diesem 1. Oktober 1999. Bestätigen die Ziele, die in Artikel 3 der Statuten der Welttourismusorganisation dargelegt sind, und sind uns der …

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