Investoren reagieren besorgt auf die Situation von Arbeitsmigrant*innen

Immer genauer schauen Investoren hin, welche Auswirkungen ihre Geldanlagen haben. Nun reagiert eine Gruppe von Investoren, die gemeinsam über 3 Billionen Britische Pfund investieren, besorgt auf Berichte zu gravierendsten Arbeitsrechtsverstöße gegenüber Wanderarbeitenden in der Golfregion. Sie haben Unternehmen, darunter auch große Hotelketten wie Accor, Hyatt und Wyndham Hotels angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. 

Die Wanderarbeitenden, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten einen großen Teil der Bevölkerung ausmachen, stammen häufig aus Asien und stellen einen wichtigen Teil der Wirtschaft dar. Sie arbeiten auf Baustellen, aber auch im Gastgewerbe oder in der Öl- und Gaswirtschaft. Schon häufiger wurde über Missständen berichtet, wie etwa keine oder verspätete Bezahlung, Zwangsarbeit und unwürdigen Arbeits- und Wohnbedingungen. Es ist seit langem bekannt, dass viele der Arbeiter vor der Anstellung hohe Schulden aufnehmen müssen, um Vermittlungsgebühren an Mittelsmänner oder Arbeitsagenturen zu zahlen. Dabei müssen sie teilweise ihre Pässe abgeben und begeben sich in eine Schuldknechtschaft. Durch Covid-19 verschärft sich die Lage jetzt akut, da viele der Arbeiter*innen beispielsweise aus Sri Lanka, Nepal oder Bangladesch ihre Jobs verloren haben, aktuell nicht in ihre Heimatländer zurückkehren können und wegen ihrer prekären Lage keinen Schutz vor Ort erhalten.  

Einige der angeschriebenen Unternehmen reagierten bereits mit Stellungsnahmen, dass sie keine Formen von moderner Sklaverei dulden – ob sie tatsächlich ihre Rekrutierungssysteme verändern und Bezahlung und Unterbringungen der Arbeiter*innen verbessern, wird letztendlich auch davon abhängen, ob die Investoren den Druck aufrechterhalten.

Weiterführende Artikel

Migrant*innen im Tourismus in der Corona-Krise

Tourismusmitarbeiterin in Eingangshalle
© Nagesh Badu - Unsplash

Im Interview erläutert Christiane Kuptsch, Migrationsexpertin bei der Internationalen Arbeitsorganisation, inwiefern die Krise des Tourismus arbeitende Migrant*innen besonders trifft und welche Unterstützung ihnen helfen würde.

Geplatzte Träume

Harte Arbeit, eingezogene Pässe und Zwölf-Stunden-Arbeitstage ohne Pausen und ohne bezahlte Überstunden – das ist nach einem Bericht der schwedischen Organisationen Swedwatch und Fair Action die Realität von Arbeitsmigrantinnen und -migranten in der Hotellerie in Dubai. Millionen …

Tourism Watch Newsletter: Die wichtigsten Hintergrundinfos alle 2-3 Monate per Mail.

Infoservice

Die wichtigsten Hintergründe alle zwei bis drei Monate im Abo Hier abonnieren