Initiative Lieferkettengesetz: Gegen Gewinne ohne Gewissen

In den letzten Jahren ereigneten sich weltweit immer wieder schwere Katastrophen, an denen deutsche Unternehmen mit ihren Geschäften direkt oder indirekt beteiligt waren: 258 Menschen starben 2012 beim Brand einer Textilfabrik in Pakistan, in der KiK als Hauptkunde produzierte; in Brasilien verloren durch den Dammbruch von Brumadinho 270 Menschen ihr Leben, Flüsse und Trinkwasser sind verseucht – ob­wohl eine Tochter des deutschen Unternehmens TÜV Süd den Damm als sicher zertifiziert hatte; und BASF kauft weiter Platin im Millionenwert aus der Marikana-Mine, obwohl dort 2012 bei einem Streik für bessere Arbeits- und Lebensbedingungen 34 Arbeiter erschossen wurden. Bislang müssen Unternehmen für solche Schäden in globalen Lieferketten kaum Konsequenzen fürchten. Das will die „Initiative Lieferkettengesetz“ ändern: Wer Schäden an­richtet, muss Verantwortung übernehmen. Deswegen braucht es einen gesetzlichen Rahmen.

Brot für die Welt setzt sich gemeinsam mit mehr als 60 anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen in der „Initiative Lieferkettengesetz“ dafür ein, dass die Bundesregierung ein Gesetz zu Sorgfaltspflichten von Unternehmen beschließt. Die Initiative tritt ein für eine Welt, in der Unternehmen Menschenrechte achten und Umweltzerstörung vermeiden — entlang ihrer gesamten Lieferkette, von der Rohstoffgewinnung bis zum Endkunden, nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland. Skrupellose Geschäfts­praktiken dürfen nicht länger ohne Konsequenzen bleiben.

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