Gemeinsam für Impfgerechtigkeit weltweit!

Videos der Online-Seminare

Die Omikron-Variante zeigt: Corona ist erst vorbei, wenn das Virus weltweit eingedämmt wird. Hohe Impfquoten in einzelnen Ländern sorgen nur für einen Schutz der dortigen Bevölkerung. In anderen Ländern wird das Virus aber neue Mutationen hervorbringen, die das Potenzial haben, sich auf der ganzen Welt zu verbreiten. Darum ist es wichtig, dass alle Menschen weltweit schnellstmöglich die Gelegenheit bekommen, sich impfen zu lassen – nicht nur aus Solidarität; auch um die Pandemie und ihre Folgen für alle hinter uns zu lassen.

Der Tourismus leidet massiv unter den Beschränkungen zur Vireneindämmung. Erste Unternehmen versuchen deshalb bereits einen Beitrag zu mehr Impfgerechtigkeit zu leisten. Um weiteren Akteuren im Tourismus Inspirationen für ihr Engagement für mehr Impfgerechtigkeit zu geben, führten Futouris, forum anders reisen und Tourism Watch bei Brot für die Welt am 16. November 2021 ein Online-Seminar durch. Unter dem Titel „Gemeinsam für Impfgerechtigkeit weltweit!“ wurden Praxis-Beispiele vorgestellt, wie Unternehmen der Tourismusindustrie selbst einen aktiven Beitrag zu einem schnelleren Zugang zu Impfungen in Ländern des Globalen Südens leisten können.

Einen ersten Überblick gab Mareike Haase, Referentin für internationale Gesundheitspolitik bei Brot für die Welt, mit einem Überblick über die aktuelle globale Corona-Lage. Sie führte die ungleiche Verteilung der Impfstoffe weltweit als großes Problem bei der Bekämpfung der Pandemie an. Dabei kritisierte sie bilaterale Verträge zwischen Impfstoffherstellern und reichen Ländern, die dafür sorgen, dass die COVAX-Initiative nur wenig Impfstoffe bekommt. Um dauerhaft Impfstoffe und medizinisches Material in ausreichendem Maße auch im Globalen Süden herstellen zu können, müssen zeitweise auch Patente und geistige Eigentumsrechte ausgesetzt werden.

Danach sprach Antje Rahn vom Reiseveranstalter ATC Namibia darüber, wie vor Ort Impfzugänge verbessert und Impfskepsis begegnet werden kann. In einem Projekt im Bwawata Nationalpark in Namibia beauftragte ihre Organisation gemeinsam mit Gebeco und Futouris ein medizinisches Team, um generelle medizinische Check-Ups zu machen, eine Aufklärungskampagne zu COVID-19 Schutzmaßnahmen sowie eine Impfkampagne durchzuführen.

Kai Pardon, Geschäftsführer von Reisen mit Sinnen, zeigte im Anschluss, dass auch ein kleines Unternehmen mithilfe von Tourguides als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren einen Einfluss auf höhere Impfquoten haben kann.

Yvonne Küpper vom Reiseveranstalter FairAway Travel informierte über die Möglichkeit als Unternehmen Impfdosen zu spenden.

Gerd Deininger, Geschäftsführer von Aventoura wiederum berichtete über seine Erfahrungen beim Spenden von medizinischem Equipment, wie Spritzen, Masken und Schutzkleidung, die sein Unternehmen nach Kuba schickte.

Zum Abschluss stellte Petra Thomas vom forum anders reisen einen Aufruf für mehr Impfgerechtigkeit vor, den sie gemeinsam mit dem Deutschen Reiseverband und weiteren sechs Tourismusverbänden im Oktober an die geschäftsführende Bundesregierung adressiert hatte. Die Verbände fordern darin einen besseren Zugang zu Impfstoffen in ärmeren Ländern. Nur so habe die Welt, aber auch die Tourismuswirtschaft eine Chance, die Pandemie hinter sich zu bringen. Sowohl die Weitergabe nicht benötigter Impfdosen aus Deutschland, die umfangreiche Unterstützung der COVAX-Initiative sowie der Aufbau eigener Impfstoffproduktionen in Ländern des Globalen Südens seien nötig.

Am 18.11.2021 fand ein internationales Seminar zum Thema Impfgerechtigkeit statt, das ebenfalls die Notwendigkeit von mehr Engagement seitens der Tourismuswirtschaft hervorhebt.  

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