Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Tourismusregion?

Das karibische Programm "Caribsave"
Christina Kamp

Mit einem Kooperationsprogramm zwischen dem "Caribbean Community Climate Change Centre" (CCCCC) mit Sitz in Belize und der Universität Oxford sollen unter dem Titel "Caribsave" in der Karibik Wege für den Umgang mit dem Klimawandel in einer besonders gefährdeten Region identifiziert werden. Beteiligt sind die Länder der Karibischen Gemeinschaft, einer Region, die in sehr starkem Maße vom Tourismus abhängig ist.

Das Programm verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Es geht um Klimawandel, Tourismus, Umwelt, wirtschaftliche Entwicklung und die Sicherung des Lebensunterhalts der Bevölkerung in der Karibik. Bereits heute bekommen die Menschen in der Karibik - und mit ihnen die Tourismuswirtschaft - erste Anzeichen der globalen Klimaveränderungen zu spüren. Die Jahreszeiten verschieben sich, Trockenzeit und Regenzeit sind nicht mehr so klar bestimmbar, es kommt zu saisonalen Verschiebungen. Im Jahr 2005 kam es zur schlimmsten Korallenbleiche in der Karibik. Die Sternkorallen in Tobago waren besonders betroffen. Wirbelstürme richten enorme Schäden an. Trockenheiten werden häufiger. Durch den steigenden Meeresspiegel kommt es zu Küstenerosion und in überfluteten Gebieten werden die Wurzeln der Bäume geschädigt.

Die physischen Auswirkungen des Klimawandels sollen in dem Programm interdisziplinär mit sozialwissenschaftlichen Fragen der Anfälligkeit und Wider­standsfähigkeit von Gemeinschaften verknüpft werden - ein Ansatz, der in der Wissenschaft noch immer nicht alltäglich ist. Gerade in der Karibik gebe es eine Vielzahl einzelner Projekte, doch Synergien zwischen den verschiedenen Ansätzen würden nicht genutzt, meint Murray C. Simpson (Universität Oxford), einer der Direktoren von "Caribsave". Er betont zudem die Bedeutung einer "Demokratisierung der Wissenschaft": Geplant ist, durch die Medien und an Schulen die Erkenntnisse von "Caribsave" der breiten Bevölkerung zugänglich zu machen.

Doch zunächst soll die Tourismuswirtschaft mit ins Boot geholt werden. "All inclusive"- Anlagen, die in der Karibik besonders verbreitet sind, können zum Beispiel durch mehr Effizienz Geld sparen. "Je stärker sie betroffen sind, desto interessierter werden sie", stellt Simpson fest. "Caribsave" ist langfristig angelegt und wird von verschiedenen Seiten finanziert, darunter von den Vereinten Nationen und aus Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit.

Weitere Informationen: www.caribsave.org

(2.465 Anschläge, 34 Zeilen, September 2009)

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