Abschlussarbeit

Volunteer-Tourismus als Instrument einer nachhaltigen Tourismusentwicklung in Entwicklungsländern

Bachelorarbeit von Marlin Hundertmark (Juni 2011)

Angesichts des sich verstärkenden Wunsches von Touristen „wirklich" etwas über die Kultur des Reiselandes und über die Einheimischen zu erfahren, behandelt die vorliegende Arbeit eine alternative Tourismusform: den Volunteer-Tourismus. Er ist bestrebt, Urlaub und Ehrenamt miteinander zu verknüpfen. Das Verreisen soll demnach nicht mehr nur der Erholung dienen, sondern auch zur Schärfung des Bewusstseins des Reisenden beitragen. Zurzeit ist Volunteer-Tourismus noch ein Nischenprodukt, das vor allem von Spezialreiseveranstaltern angeboten wird.

Das Ziel der Arbeit ist es, der Frage nachzugehen, ob diese Form des Reisens nachhaltig und ökonomisch profitabel von Seiten der Anbieter gestaltet wird. Zunächst werden im theoretischen Teil die wichtigsten Begriffe definiert. Danach wird auf die Besonderheiten dieser Reiseart eingegangen, um anschließend die Nachfrager und den Anbietermarkt vorzustellen. Im weiteren Verlauf beschäftigt die Arbeit sich mit den Auswirkungen dieser alternativen Reiseform. Anschließend werden in einem empirischen Vergleich mithilfe von qualitativen Interviews Kriterien für die Durchführung eines erfolgreichen, nachhaltigen Tourismus herausgearbeitet. Das Fazit beschäftigt sich dann mit den eingangs aufgestellten Thesen und versucht, Antworten auf die dort gestellten Fragen zu geben. Es werden am Schluss praktische Handlungsempfehlungen formuliert, die dem Tourismusmanagement eine sinnvolle Orientierung geben können.

Die Arbeit zeigt erstens, dass Volunteer-Tourismus umweltschonender und lehrreicher als Massentourismus ist. Hingegen lässt sich der Grad der Nachhaltigkeit nicht pauschal beziffern, da die verschiedenen Anbieter unterschiedliche Maßstäbe bei der Umsetzung anlegegen. Die innovative Idee, die den Charme des Volunteer-Tourismus ausmacht, ist gleichzeitig eines seiner größten Probleme. Um den Spagat zwischen Entwicklungszusammenarbeit und der Wirtschaft zu schlagen, sind Reiseveranstalter dazu angehalten, ihre Reisen „aufzupeppen", damit potentielle Volunteer-Touristen ihre Reise nicht in Eigeninitiative organisieren, sondern die Mehrkosten bei einem Reiseveranstalter in Kauf nehmen. Es besteht zudem noch großer Handlungsbedarf bezüglich der Auswahl und Eignung der Kandidaten für den Einsatz. Außerdem müssen den lokalen Organisationen mehr Entscheidungsbefugnisse eingeräumt werden, insbesondere bei der Auswahl der Volunteer-Touristen.

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