Abschlussarbeit

Corporate Social Responsibility bei Reiseveranstaltern

Diplomarbeit von Melisa Krause (Sept. 2008)

Corporate Social Responsibility bezieht sich auf das Kerngeschäft des Reiseveranstalters und fokussiert die Bedingungen, unter denen touristische Leistungen produziert werden. Alle Bereiche des unternehmerischen Handelns sollen eine sozial gerechte und ökologisch verträgliche Maxime erreichen. Dieses Verständnis von CSR hat sich in der vorliegenden Auseinandersetzung mit der Reiseveranstalter-Branche bestätigt. Es lässt sich festhalten, dass ein Großteil der befragten Unternehmen mit dem Konzept vertraut ist und teilweise danach agiert. Mit dieser Arbeit konnte erfolgreich gezeigt werden, welche Bedeutung der Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung in der Tourismusindustrie zugeschrieben werden muss und welche Vorteile dies für alle Beteiligten mit sich bringt. Der erste Teil der Arbeit diente einem generellen Verständnis von dem Verhältnis zwischen Nachhaltigkeit (im Tourismus), Reiseveranstaltern und dem Konzept der CSR, welches Möglichkeiten zur Umsetzung von nachhaltigen Entscheidungen auf Unternehmensebene bietet. Eine wichtige Erkenntnis war es, die besondere Bedeutung der Leistungserbringer in der touristischen Kette zu verstehen und diese von den Reiseveranstaltern intensiver in den Prozess der nachhaltigen Produktgestaltung zu integrieren. Die Freiwilligkeit gilt in der CSR als entscheidender Faktor, gleichzeitig ist aber eine Notwendigkeit der Transparenz gegeben, um allen Stakeholdern gegenüber glaubwürdig entgegentreten zu können. Einige Veranstalter bestätigten diese Ansicht in dem empirischen Teil dieser Arbeit und machten deutlich, dass die Freiwilligkeit gewissen normativen Regeln unterstellt werden sollte.

Der zweite Teil sollte somit die theoretischen Erkenntnisse in der Praxis überprüfen, ergänzende Ansichten von Experten demonstrieren und aufzeigen, inwieweit gesellschaftliche Verantwortung bei Reiseveranstaltern praktiziert wird. Es lässt sich festhalten, dass das Engagement sehr variiert. Ein Drittel der befragten Veranstalter scheinen das CSR-Konzept tatsächlich in ihr Kerngeschäft und unternehmerisches Handeln impliziert zu haben. In vier Unternehmen wird punktuell agiert, dabei sind viele gute Ansätze zu erkennen, doch weist das System dieser Veranstalter Schwachstellen auf. Zwei der befragten Unternehmen weisen kein gesellschaftliches Engagement vor. Da die Teilnahme an dieser Studie freiwillig war, kann angenommen werden, dass der prozentuale Anteil von Veranstaltern ohne gesellschaftliches Engagement in einer repräsentativen Studie weitaus höher ausfallen würde, da davon ausgegangen wird, dass sich tendenziell Veranstalter an einer solchen Studie beteiligen, die im Grundsatz die abgefragten Kriterien erfüllen. Es kann dennoch festgehalten werden, dass CSR den Veranstaltern in unterschiedlicher Ausgestaltung durchaus vertraut ist, sie dem Konzept einen hohen Stellenwert einräumen, generell sensibel für dieses Thema sind, sie aber durchaus weitere Handlungsmöglichkeiten für die eigene Umsetzung sehen. Somit ist das Ziel dieser Arbeit, zu erforschen, ob und inwieweit Reiseveranstalter auf dem deutschen Markt nachhaltige Entscheidungen im Sinne von CSR treffen, erreicht worden. Die Annahme, CSR würde hauptsächlich für einen positiven Marketingeffekt genutzt werden, hat sich mit dieser Studie nicht bestätigt. Der Ausblick für CSR lässt trotz einer recht positiven Bilanz durch diese Studie viel Handlungspotenzial offen. Die Unternehmen sind gefordert, ihrem Engagement mehr Transparenz zu verschaffen und insbesondere in der Leistungskette auf mehr soziale und ökologische Belange zu bestehen, diese durch einen intensiven Austausch zu kommunizieren, weiter zu entwickeln und auch zu kontrollieren. Es bedarf mehr rechtlicher Möglichkeiten und internationaler Vereinbarungen für einen fairen globalen Wirtschaftsaustausch. Die Reiseveranstalter sind gefordert, ihre unternehmerische Verantwortung als zentrale Position zwischen den Akteuren auf dem Tourismussektor wahrzunehmen. Zukünftig gilt es umso mehr, sich den Problemen des 21. Jahrhunderts zu stellen und nicht nur durch punktuelle Unterstützung von einzelnen sozialen oder ökologischen Projekten eine Lösung zu erwarten. Global operierende Unternehmen wie die Reiseveranstalter müssen auch globale Verantwortung ihres unternehmerischen Handels übernehmen und dieses weiter ausbauen.

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