Abschlussarbeit

CBT als erfolgreiches Instrument der Entwicklungszusammenarbeit zur Förderung eines nachhaltigen Tourismus in Sri Lanka

Diplomarbeit von David Schmid (September 2007)

In der Arbeit wurde theoretisch erörtert, welche Rolle der Tourismus in Entwicklungsländern spielt und wie dessen Auswirkungen in positiver wie negativer Hinsicht zu beurteilen sind. Im Spannungsfeld nachhaltiger Entwicklung ist deutlich geworden, wie Tourismus als Mittel zur Verbesserung der Lebensverhältnisse in EL beitragen kann. Dabei wurde Community-Based Tourism als ein Instrument behandelt, welches in der EZ eingesetzt werden kann, um nachhaltigen Tourismus zu fördern.

Wie anhand der Auseinandersetzung mit Begriffen im Laufe der Arbeit deutlich gemacht wurde, ist dabei jedoch zweitrangig, welches Konzept nun angewandt wird, sei es CBT, Ökotourismus, Fair Trade in Tourism, Pro-Poor Tourism oder eine andere Bezeichnung für ein jeweiliges Segment oder Konzept des nachhaltigen Tourismus.

All diese Prinzipien haben eine nachhaltige touristische Entwicklung zum Ziel, unterschiedlich betont werden nur jeweils die ökonomische, soziale und ökologische Dimension. Insofern muss je nach Ausgangslage entschieden werden, welche Form nun konkret angewandt wird. CBT betont insbesondere den partizipativen Charakter und die Teilhabe lokaler Gemeinden bei Tourismusprojekten, was aber nicht heißt, dass die ökologische Dimension zu kurz kommen darf oder Projekte keinen wirtschaftlichen Profit erzielen sollen.

In Sri Lanka ist ein Flickwerk kleinerer und größerer, bedingt erfolgreicher und weniger erfolgreicher Projekte im Bereich CBT auszumachen. Auf einer Insel von der Größe Bayerns finden nach Meinung des Verfassers zu wenige kooperative Maßnahmen in diesem Bereich statt. Die internationale und deutsche EZ hält sich aus wenig verständlichen Gründen bislang aus dem touristischen Geschehen größtenteils heraus. Dabei sind gerade in diesem Bereich Ansatzpunkte auszumachen, die den Zielen nachhaltiger Entwicklung gerecht werden. Potenzial ist ausreichend vorhanden, und Tourismus kann aufgrund seiner wirtschaftlichen Stärke viel zur Entwicklung von Regionen beitragen. Das Konzept des CBT, sofern es richtig eingesetzt wird, kann so zu mehr Teilhabe armer Bevölkerungsschichten vor Ort beisteuern. Bei Einbezug verschiedener Ethnien kann er zudem zu interreligiöser und -ethnischer Verständigung beitragen und so einen Friedensbeitrag leisten.

CBT kann demzufolge als erfolgreiches Instrument der EZ eingesetzt werden, um einen nachhaltigen Tourismus in EL zu fördern. Dabei sollte jedoch nicht vergessen werden, dass das Groß der Reiseströme sich nach wie vor im Bereich des Massentourismus finden lässt. Anstatt sich ausschließlich auf Nischensegmente zu beschränken, sollte die EZ in Zukunft mehr Einsatz in dem Versuch einer Demokratisierung des Massentourismus zeigen. Die Vielzahl verschiedener Konzepte im Segment des nachhaltigen Tourismus mag in wissenschaftlicher Hinsicht verständlich sein. Für den Gast bedeutet sie letztendlich oft mehr Verwirrung als Verständnis. Insofern hat der neu eingesetzte Vorsitzende des SLTB recht mit seiner Einstellung zu nachhaltigem Tourismus in Sri Lanka: „There is no such ecotourism, responsible tourism, green tourism, community-based tourism, nature tourism and so on - there is good tourism" (FONCEA 02.04.2007).

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