Unter der Oberfläche

Tourism Concern-Dossier „Cruise tourism – what’s below the surface?”

In einem „Cruise tourism“-Dossier hat die britische Organisation Tourism Concern Studienergebnisse über die wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Kreuzfahrttourismus und die schwierigen Arbeitsbedingungen auf den Schiffen zusammengetragen. Darin wird gezeigt, dass es den Einheimischen oft wenig bringt, wenn bei ihnen Tausende von Kreuzfahrtpassagieren an Land gehen. Die Zeit, die diese Touristen auf festem Boden verbringen, ist meist sehr knapp bemessen. Mehr als 50 Prozent der touristischen Aktivitäten an Land werden an Bord von den Kreuzfahrtgesellschaften direkt verkauft, heißt es in dem Dossier. Auch Souvenirs können die Kreuzfahrer an Bord erstehen. Die Kreuzfahrtgesellschaften können beim Einkauf ihre Marktmacht ausnutzen und die Preise drücken.

Viele Schiffe fahren unter „Billigflaggen“ von Ländern wie Liberia. Sie umgehen damit nicht nur erhebliche Steuerzahlungen, sondern orientieren sich auch an den niedrigen Arbeits- und Sicherheitsstandards dieser Länder. Gleichzeitig verursachen sie durch die Verschmutzung von Luft und Wasser erhebliche Umweltschäden.

Ein großer Teil dieser negativen Auswirkungen ließe sich vermeiden. Zum Beispiel gebe es entsprechende Technologien zum Umweltschutz, doch Selbstregulierung werde die Branche nicht dazu bringen, diese auch einzusetzen. Tourism Concern spricht sich daher für mehr Transparenz und mehr Druck von Seiten der Verbraucher aus sowie für strengere Regulierung, international vor allem im Rahmen internationaler Übereinkommen.

Cruise tourism – what’s below the surface? Research briefing von Helen Jennings & Kai Ulrik. Hg. Tourism Concern. London, 2016. 6 Seiten.

-ck-

(1.900 Zeichen, Juni 2016, TW 83)

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