UN Ocean Conference: Schutz der Rechte von Kleinfischern im Zeitalter der Tourismusentwicklung

Vom 5. Bis 7. Juni 2017 beraten die Vereinten Nationen zum ersten Mal über die konkrete Umsetzung eines einzelnen Nachhaltigkeitsziels. Ziel 14 sieht vor, „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung [zu] erhalten und nachhaltig [zu] nutzen“. Bei der Konferenz in New York  stehen die Ausweisung neuer Meeresschutzzonen, die Bekämpfung der illegalen Fischerei und die Reduzierung des Meeresmülls, vor allem des Plastikmülls, im Vordergrund.

Meeres- und Küstenressourcen, insbesondere die Fischgründe, sind wichtige Lebensgrundlage und Nahrungslieferant für viele Menschen im Globalen Süden. Auch der Tourismus spielt in Küstengebieten eine wichtige Rolle. Etwa 80 Prozent des globalen Tourismusaufkommens spielt sich in Küstenzonen ab. Es ist daher kein Zufall, dass der Tourismussektor in Verbindung mit Ziel 14 in der Agenda 2030 explizit Erwähnung findet.

Viele Regierungen und Unternehmen sehen inzwischen Tourismus als Alternative zum Fischfang und erklären ihn zum Entwicklungsmotor. Erfahrungen von Brot-für-die Welt-Partnerorganisationen belegen jedoch, dass der Tourismus oft zu Lasten der Küstenfischerei geht und sich die Lage vieler Fischer in den neuen Urlaubsgebieten verschlechtert.

Gemeinsam mit National Fisheries Solidarity Movement (Sri Lanka), Kabani-the other direction (Indien), InstitutoTerramar (Brasilien), Center for Responsible Travel (USA)und Fair Oceans (Deutschland) veranstaltet Tourism Watch am Donnerstag, den 8. Juni 2017 von 11 Uhr bis 12.30 Uhr in der Deutschen Botschaft bei den Vereinten Nationen ein Side Event. Dabei geht es insbesondere um die Problematik des Ocean Grabbings, Landrechtsverletzungen im Zuge der Tourismusentwicklung in Küstengebieten, aber auch die Vorstellung des neuen Positionspapiers „In Deep Water. Coastal Communities in the Era of Tourism Development“ mit Konzepten, wie die Rechte von Kleinfischern auch bei touristischer Entwicklung geschützt werden können.

Darüber hinaus ist Brot für die Welt an folgenden weiteren Veranstaltungen bei der Ozean-Konferenz vertreten

  • Dienstag, 6. Juni 2017, 11 Uhr bis 12.30 Uhr: The fish of the poor: Small pelagic resources as a key for small-scale fisheries contribution to SDGs
    Veranstalter: Deutscher Naturschutzring/ Forum Umwelt und Entwicklung, Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), FAO, Brot für die Welt, Confédération Africaine des Organisations Professionnelles de la Pêche Artisanale (CAOPA), International Collective in Support of Fishworkers (ICSF), Fair Oceans
  • Freitag, 9. Juni 2017 15 Uhr bis 16.30 Uhr (Room A): Voices from the blue Frontier: Ocean Governance Between Blue Economy and Human Rights
    Veranstalter: Pacific Islands Association of Non-Government Organisations (PIANGO) – UN NGO MAJOR GROUP PACIFIC ORGANISING PARTNER

Weitere Informationen: