Tourismus und Wasser: Stimmen zum Welttourismustag 2013

Unter dem Motto „Tourismus und Wasser: Unsere gemeinsame Zukunft schützen“ hat die Welttourismusorganisation UNWTO am 27.09.2013 mehr Bemühungen zum Schutz und zur Schonung von Wasser angemahnt. Gerade auch die Tourismuswirtschaft sei gefordert, angemessene Wassermanagament-Systeme zu etablieren.

Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern Wassergerechtigkeit

Nichtregierungsorganisationen stellen nicht nur die Forderung, Wasser zu sparen in den Vordergrund, sondern kritisieren die ungleiche Verteilung knapper Wasserressourcen in vielen touristischen Zielgebieten. Die Evangelische Kirche in Deutschland weißt in einer Pressemitteilung darauf hin, dass weltweit fast eine Milliarde Menschen keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser haben – auch in Bali beispielweise leidet mehr als die Hälfte der Bevölkerung unter Wassermangel, während 65% des verfügbaren Wassers im Tourismus verbraucht werde. Naturfreunde Internationale prangert eine ungerechteVerteilung beispielsweise auf Sansibar an, wo der tägliche Wasserverbrauch eines Luxuhotelzimmers 35 Mal höher liegt, als der Verbrauch eines durchschnittlichen Haushaltes.

In einer öffentlichen Nachricht an die Welttourismusorganisation, macht das Tourism Investigation & Monitoring Team aus Bangkok deutlich, dass Wassermanagement-Systeme allein die fehlende Verteilungsgerechtigkeit im touristischen Wasserverbrauchnicht lösen werden: Der ungleiche Zugang zu Wasser und die Benachteiligung der lokalen Bevölkerung zu Gunsten der Tourismuswirtschaft, ständen der Verwirklichung des Menschenrechts auf Wasser entgegen. Die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung und der Schutz der Ökosysteme müsse immer Vorrang haben, vor den Interessen der Tourismuswirtschaft.

Drei Autorinnen aus den Phillipinen , u.a. vom Center for Solidarity Tourism, fragen grundsätzlich, was der wasserintensive Tourismus überhaupt dazu beitragen könne, um die globale Wasserkrise zu lösen? Wasser sei ein Grundbedürfnis, das jeder Mensch habe, während Tourismus ein Wunsch sei, der nachgeordnet stehe.

Survival International bittet anlässlich des Welttourismustages Touristen nicht nach Botswana zu reisen. Immer wieder versuche die Regierung die indigenen Buschleute von ihrem angestammten Land zu vertreiben, während sie dort gleichzeitig den Tourismus fördere.

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