Tourismus als Entwicklungsmotor für besonders arme Länder?

Wie kann technische Entwicklungszusammenarbeit den Beitrag des Tourismus zu einer nachhaltigen Entwicklung in den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt (LDCs) steigern? Dieser Frage geht eine Studie der Welttourismusorganisation (UNWTO), des Enhanced Integrated Frameworks (ETF) und des International Trade Centres (ITC) nach. Ausgewertet wurden 45 von 48 sogenannte Diagnostic Trade Integration Studies – Erhebungen verschiedener wirtschaftlich relevanter Daten als Voraussetzung für technische Zusammenarbeit.

Ihre Analyse hat ergeben, dass die meisten LDCs Tourismus als einen wichtigen Baustein für Entwicklung sehen. Dabei stehen vor allem die wirtschaftliche Potenz der Branche und mögliche Investitionen im Vordergrund. Dennoch gehe kaum technische Unterstützung der Geberländer in diesen Bereich. Grund dafür sei, dass Tourismus und Handel in den am Prozess beteiligten Staaten häufig in unterschiedliche politische Ressorts fallen. Die Studie stellt auch einen Mangel an Bewusstsein für soziale und ökologische Auswirkungen des Tourismus fest. Auch hier fehle eine Zusammenarbeit zwischen den relevanten Akteuren in den Bereichen Ökologie, Armutsbekämpfung, Tourismus und Handel.

UNWTO/ITC/EIF: Tourism for Sustainable Development in Least Developed Countries. Madrid/Genf, 2017. 40 Seiten. ISBN 978-92-844-1883-1

-udi-

(September 2017, TW 88)

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