Ocean Grabbing in Sri Lanka

Im Norden und Osten Sri Lankas kommen viele Fischerfamilien durch den Tourismus in große Not: Der Zugang zum Strand, von dem sie seit Generationen mit ihren Booten zum Fischen starten, wird ihnen verwehrt, damit sich Touristen ungestört sonnen können. Die Schweizer Gesellschaft für bedrohte Völker nennt dies eine Form von „Ocean Grabbing“, analog zum „Land Grabbing“. Gemeint ist „die Plünderung der Meere oder die Beschlagnahmung des Zugangs zum Meer, so dass die traditionellen Fischer ihrem Beruf nicht mehr nachgehen können“. Neben dem Tourismus ist auf der nördlichen Halbinsel Jaffna „Ocean Grabbing“ eine Folge des Krieges, denn das Militär besetzte dort große Gebiete, um eine Hochsicherheitszone zu errichten. Auch sind die Fischer auf Jaffna durch indische Schleppnetzboote und Fischer aus dem Süden Sri Lankas bedroht, die mit oft illegalen und zerstörerischen Fischereimethoden die Meere plündern.

Weitere Informationen: http://oceangrabbing.ch

-ck-

(September 2017, TW 88)

 

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