Nr. 92 (Juli 2018)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

was motiviert Sie? Meist sind es die Erfolgsgeschichten und nicht die Hiobsbotschaften, die motivieren und Kraft geben. Doch die Erfolgsgeschichten lassen sich von den Krisenerzählungen nicht trennen – sie bedingen sich gegenseitig. Hinter jeder großen Erfolgsgeschichte steckt meist eine noch größere Herausforderung. Und anders herum: egal wie unüberwindbar die Hürden auch scheinen, immer gibt es die kleinen Geschichten vom großen Engagement und Gelingen.

Doch konkret: Überall auf der Welt steigt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die im Kontext des Tourismus Opfer sexueller Ausbeutung werden. Wir zeigen in dieser Ausgabe inspirierende Beispiele, wo diese Erkenntnis nicht zur Resignation, sondern zu konkreten Maßnahmen führt. Wie in Cartagena, wo sich die kolumbianische Hauptstadt des Sextourismus zu einer Hochburg der strafrechtlichen Verfolgung von Sexualstraftätern mausert. Oder in Sri Lanka, wo sich das Land zusammenrauft, um nicht mehr die Kindesschutz-Aktivisten zu verfolgen und zu kriminalisieren, sondern die Täter! Wo offen und ohne Tabus über das Phänomen gesprochen wird und alle Akteure -  von Polizei und Staatsanwaltschaft, Zivilgesellschaft und Schulen über Hoteliers und Reiseveranstalter bis hin zu den Frauen und Männern im informellen Tourismussektor, den Strandverkäuferinnen, Surflehrern oder Taxifahrern – zusammenarbeiten, bilden sich Netzwerke, die Kinder schützen können. Diese Netze schützen nicht nur Kinder und Jugendliche heute vor Übergriffen, sondern auch die nächsten Generationen. Denn viele Mütter, die früher selbst Opfer sexueller Ausbeutung durch Reisende wurden, müssen ihre Kinder auch Jahre später noch mittellos und am Rande der Gesellschaft aufziehen, wie unser Artikel aus Bali zeigt.

Als Reisende können Sie Zivilcourage zeigen! Sie können Verdachtsfälle und Beobachtungen während des Urlaubs melden – entweder an die Polizei vor Ort oder auf der Meldeplattform www.nicht-wegsehen.net. Ein neues Erklär-Video zeigt, was mit ihrer Meldung passiert und wie jeder Hinweis dazu beiträgt, das Phänomen der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Tourismus genauer zu verstehen und Schutzmaßnahmen zu verbessern.

Wir wünschen Ihnen eine inspirierende Lektüre und einen schönen Sommer – wo auch immer Sie ihn verbringen.

Herzliche Grüße
Ihr Tourism Watch Team

Sexuelle Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus

Grenzen überwinden – für den Kinderschutz
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„Der Schutzwall bin ich!“
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Den informellen Sektor im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern mobilisieren
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Guter Wille hilft nicht immer
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Von Träumen zu Alpträumen
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Kurzinformationen, Literatur und Materialien

Zivilcourage zeigen und Verdachtsfälle von sexueller Ausbeutung von Kindern melden
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Praktische Tipps zum Schutz des Kindeswohls in der Reiseindustrie
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Tourismus und indigene Gemeinschaften
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Deutsche machen wieder vermehrt in Entwicklungs- und Schwellenländern Urlaub
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Neue Bewerbungsrunde für den TO DO! Wettbewerb Sozialverantwortlicher Tourismus
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Veranstaltungen und Termine

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Jubiläumsveranstaltung 10 Jahre weltwärts
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7. Wiener Freiwilligenmesse
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