Nr. 64 (September 2011)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

setzt man die aktuellen Debatten als Indikatoren an, dann scheint der Tourismus dabei zu sein, für einen Quantensprung in Sachen Ethik und soziale Verantwortung zu trainieren. Die revolutionären Veränderungen in Nordafrika haben die Menschenrechte mitten in die touristischen Hotspots gerückt. Unternehmen suchen nach Ansätzen, wie menschenrechtliche Aspekte in Strategien verantwortlicher Unternehmensführung eingebunden werden können. Auch der staatliche Ordnungsrahmen kommt in Bewegung: Der Tourismusausschuss des Bundestages führte eine Anhörung zum Thema durch und die Parlamentarier werden in Kürze im Plenum über entsprechende Anträge aus der SPD- sowie der CDU/CSU-Fraktion zu Tourismus und Menschenrechten debattieren.

Im Lichte ihres "Global Code of Ethics" und der Erkenntnis, dass es darum gehen müsse, mehr ethisch verantwortlichen Tourismus zu entwickeln, führt die Welttourismusorganisation zusammen mit der spanischen Regierung in diesen Tagen den ersten Internationalen Kongress zu Ethik und Tourismus durch (http://www.ethicsandtourism.com/). Dass dies entsprechend den Gepflogenheiten von UN-Organisationen unter Beteiligung der Zivilgesellschaft bei Vorbereitung und Durchführung geschehen sollte, ist die UNWTO erst noch dabei zu lernen. Die Stimmen derer, die in ihren Menschen- und Bürgerrechten durch Tourismus eingeschränkt werden, bleiben dabei wie so oft vor der Tür bzw. außer Landes. Zumindest darf man gespannt sein, ob die eingeladene Kinderrechtsorganisation ECPAT oder andere den Ethikkodex als "Bollwerk gegen Ausbeutung" loben oder ihn endgültig als "zahnlosen Tiger" enttarnen.

Der diesjährige Welttourismustag wirbt mit dem Motto "Tourism - linking cultures" für einen begegnungsorientierten Tourismus, der Menschen verschiedenster Kulturen zusammen führt und das interkulturelle Verständnis fördert. Auch wenn die touristischen Alltagsrealität oft anders aussieht, ist es für das Partnerland Ägypten eine Chance, neues touristisches Selbstverständnis zu zeigen und bei Gästen und Tourismusmachern dafür zu werben, dass auch im Tourismus nichts bleiben muss, wie es ist. Ägypten wird auch Partnerland der ITB Berlin 2012 sein.

In eigener Sache müssen wir mit dieser Ausgabe leider Antje Monshausen aus der redaktionellen Mitarbeit und aus der Fachstelle Tourism Watch des EED verabschieden. Wir tun dies mit Wehmut und einem ganz herzlichen Dankeschön für die fundierte, zuverlässige und freundschaftlich kollegiale Zusammenarbeit. Antje Monshausen wird eine andere Aufgabe im EED übernehmen und somit dem "Dunstkreis" von Tourism Watch erhalten bleiben.

Ihnen und Euch wünschen wir eine bereichernde Lektüre.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs                                          Christina Kamp

NORDAFRIKA UND NAHER OSTEN

Suppe und Wasser ohne Touristen
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Leere Strände, leere Kassen
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Typisch marokkanisch!?
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Von verschobenen Grenzen und verzerrten Bildern
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Partizipation im Tourismus

Zeit, die Türen zu öffnen!
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"Community Based Tourism": Marktchancen und Risiken
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Kurzinfos und Hinweise

Andamanen: Boykottaufruf gegen "Menschensafaris" zu den Jarawa
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Wasser für vertriebene Buschleute in Botswana
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Abholzung für den Flugbetrieb? Protest gegen Agro-Kraftstoffe
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Welttourismustag am 27. September: Kulturen verbinden
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Tourismus und Menschenrechte im deutschen Bundestag
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Dossier Unternehmensverantwortung – die Herausforderung für Reiseveranstalter
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Aktuelle Abschlussarbeiten auf www.tourism-watch.de
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Literatur und Materialien

"Island Tourism. Sustainable Perspectives"
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“Disappearing destinations: climate change and future challenges for coastal tourism”
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"Ausgepowert – Das Ende des Ölzeitalters als Chance"
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"Fettnäpfchenführer Ägypten"
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"Reisegast in Ägypten"
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"Palästina – Reisen zu den Menschen"
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Sympathiemagazin "Marokko verstehen"
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"Samy – Das kleine tunesische Wunschkamel"
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"Schöne Ferien" für Tourismuskaufleute
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Veranstaltungen und Termine

GATE-Stammtisch: "Menschenrechte und Tourismus"
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GATE-Stammtisch: "Den Klimawandel im Nacken"
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Seminar "Nachhaltiger Tourismus für nachhaltige Entwicklung?"
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