Nr. 57 (Dezember 2009)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

fast genau fünf Jahre ist es her, dass der Tsunami in Süd- und Südostasien unzählige Opfer forderte. Die Menschen wussten zu wenig über die verheerende Flutwelle, um sich wirkungsvoll zu schützen. Wenn in Kopenhagen in diesen Tagen um die Zukunft des Weltklimas und damit um das Leben und Überleben unzähliger Menschen in den ärmsten Teilen der Welt gerungen wird, gibt es genug Informationen, die den Weg weisen, um ähnliche Katastrophen - noch - zu verhindern oder zumindest abzuschwächen.

Viel ist in diesen Tagen von Verantwortung und weltweiter Verantwortungs­gemeinschaft zu hören und zu lesen. In Deutschland spüren wir genau, dass wir Täter und Opfer gleichermaßen sind. Es gibt kein Herausreden: Unsere industrialisierte, auf Profitinteressen basierende Wachstumsgesellschaft hat den Begriff der Nachhaltigkeit erst aufgenommen, nachdem Umwelt und Klima bereits nachhaltig geschädigt waren. Aber auch dann stand die Dominanz der ökonomischen über die ökologische und soziale Dimension des "Nachhaltigkeitsdreiecks" nie wirklich zur Disposition. Dies gilt auch für den viel beschworenen "nachhaltigen Tourismus".

Doch Mobilität, Tourismus und Flugverkehr haben eine Grenze erreicht, die kein Wachstum mehr verträgt. Vielleicht ist es gut, wenn uns die Argumente ausgehen, um zu begründen, warum wir pro Kopf mehr CO2 emittieren (dürfen?) als alle anderen. Klimarettung wird es ohne Klimagerechtigkeit nicht geben. Dies ist eine Frage weltbürgerlichen Bewusstseins in globaler Verantwortung und gleichzeitig wohl eine letzte Chance.

Dafür, dass in der Reisewirtschaft die Zeichen der Zeit anders als mit einem "weiter wie bisher" gedeutet werden, fehlen weiterhin die Belege, auch wenn Unternehmens­verantwortung und Nachhaltigkeitsberichte derzeit Hochkonjunktur haben. In einer Konsultation mit Partnern in Südindien werden wir Mitte Dezember in Chennai einige Instrumente für "Corporate Social Responsibility" (CSR) auf den Prüfstand stellen.

Zur Weihnachtszeit möchten wir erneut die Aufmerksamkeit auf die schwierige Situation der Menschen im "Heiligen Land" richten, die trotz aller Widrigkeiten die Hoffnung nicht aufgeben. Ihnen wie auch allen unseren Leserinnen und Lesern wünschen wir eine friedvolle Weihnachtszeit und ein Mut machendes neues Jahr.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs                                                Christina Kamp

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