Nr. 56 (September 2009)

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freundinnen und Freunde,

wenn auf den Inseln im pazifischen Ozean die Wasserspiegel steigen und die Trinkwasservorräte versalzen und auf den Malediven Landkäufe und Umsiedlungs­maßnahmen für fast 400.000 Menschen geplant werden, so sind dies längst keine zaghaften Vorboten eines irgendwann bevorstehenden Klimawandels mehr.

Auch auf den Lakkadiven, über die Anitha Sharma schreibt, sind diejenigen am meisten betroffen, die am allerwenigsten mit ihren Emissionen zum Klimawandel beigetragen haben. Dass der Temperaturanstieg auf zwei Grad Celsius begrenzt werden muss, darüber besteht weltweit politische Einigkeit. Wenig deutet aber darauf hin, dass die "Täter" des Klimawandels auch nur annähernd solche Summen für Klimaschutz, Anpassungsmaßnahmen, Katastrophenvorsorge und Umsiedlungsprogramme auf­bringen werden, wie innerhalb kürzester Zeit zur Bankenrettung und zur Stabilisierung der erodierenden Wirtschaft zur Verfügung standen.

Als "Summe aller Fehler" hat Sunita Narain, Direktorin des "Centre for Science and Environment" in Delhi, den Klimawandel bezeichnet. Sie gilt als das indische Umweltgewissen. Doch auch Gruppen, die vom Raubbau an der Natur und Atmosphäre direkt betroffen sind, erheben ihre Stimmen und fordern Klimagerechtig­keit.

Der internationale Tourismus, der über Jahrzehnte auf "immer mehr, immer weiter, immer öfter" setzte, ist einer dieser Fehler, deren Folgen noch weit gravierender sein könnten als heute absehbar ist. Ob der Tourismuswirtschaft und der Welttourismus­organisation die Einsicht gelingt, dass ein "weiter wie bisher", und "wir kaufen uns frei und andere werden's schon richten" nicht die Lösung sein kann, ist bisher ebenso unklar, wie die Erfolgsaussichten auf ein verbindliches und zukunftsweisendes Kyoto-Folgeabkommen insgesamt.

Gerade weil Tourismus in bisherigen Klimaberichten und -verhandlungen kaum präsent ist, vernetzen sich weltweit tourismuskritische und zivilgesellschaftliche Organisationen und fordern nachdrücklich eine aktivere Rolle der Tourismuswirtschaft und ihrer internationalen Verbände beim Klimaschutz. Als Teil dessen verstehen wir auch den Themenschwerpunkt dieser Ausgabe, der zudem Impulse für Veranstaltungen im Umfeld der Verhandlungen in Bangkok und Kopenhagen liefert.

Wir wünschen eine anregende Lektüre und freuen uns wie immer über den Nachdruck der Beiträge und Ihre und Eure kritisch-konstruktiven Rückmeldungen.

Mit freundlichen Grüßen

Heinz Fuchs                                                Christina Kamp

Perspektiven zum Klimawandel

Mit zwei Grad in die Klimakatastrophe?
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Stimmen von der Basis
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Kleine Inseln unter Druck

Unterschätzte Gefahren
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Umsiedlung als letzter Ausweg
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Flugverkehr

Fluggesellschaften als Klima-Lobby
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Flugverkehr im Klima-Deal
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Widerstandsfähigkeit gegen Klimawandel und Katastrophen

Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Tourismusregion?
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Gemeinden stärken – auch im Tourismus
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Zukunft sichern mit Tourismus
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Kurzinfos und Hinweise

Internet-Seiten zum Klimawandel
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Welttourismustag 2009: Kein Grund zum Feiern
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"Equations" mit neuem Internetauftritt
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Literatur und Materialien

"Trends and Issues in Global Tourism 2009"
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"Climate Change and Aviation: Issues, Challenges and Solutions"
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Worldwatch-Bericht "Zur Lage der Welt 2009"
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"Abschalten – Paradiesproduktion, Massentourismus und Globalisierung"
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Veranstaltungen und Termine

Internationale "Responsible Tourism"-Konferenz in Belize
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Weltweiter Klima-Aktionstag am 24. Oktober 2009
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Parallelveranstaltungen zur Klimakonferenz in Bangkok
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Symposium "CSR in der touristischen Zuliefererkette"
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"Klimagerechtigkeit und Tourismus" in Kopenhagen
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Konsultation zu CSR-Instrumenten im Tourismus in Chennai, Indien
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