Nr. 47 (Juni 2007)

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,

es scheint so weit zu sein: die Klimaschutzdebatte flaut ab, es folgt die Klimaanpassungs­debatte. Sie wird vermutlich mit mehr Fantasie geführt werden, um mit einer erwarteten ″moderaten Klimaerwärmung″ umzugehen und die Folgen zu managen. Strandkühler statt Pool­heizung, Nacktwandern im Hochgebirge oder die Beach-Party am Fjord sind mögliche Beispiele, die im Rahmen von Destinationsverschiebungen, veränderten Urlaubskonzepten und touristischen Anpassungen zu erwarten sind.

So wenig vor 200 Jahren jemand auf die Idee gekommen wäre, zum Vergnügen oder zum Erholen an entfernte Orte zu reisen, so wenig ist die Welt unserer Tage ohne Reisen und Touristen vorstellbar. Mag es sich auch nicht um ein Urbedürfnis oder ein ″Recht auf Reisen″ handeln, Aufrufe zum Verzicht bleiben dennoch weitgehend wirkungslos. ″Das Reisen ist des deutschen Lust″ schreibt ″Das Parlament″ in seiner aktuellen Themenausgabe Tourismus. Zweifellos gehört es zu den Dingen, die in den aktuellen Lebensstilkonzepten quer durch alle Bevölkerungsgruppen besonders wertvoll sind.

In den nächsten Jahren wird es darum gehen, eine Balance zwischen Klimaschutz einerseits und armutsmindernden Wirkungen des Tourismus andererseits zu finden. Dabei ist besonders die gesellschaftliche Verantwortung von Reiseveranstaltern und Agenturen gefordert. Touristische Angebote und vor allem das eigene Verhalten als Touristen und die eigenen Reiseentschei­dungen sollten zunehmend im Sinne eines ″Fair reisen mit Herz und Verstand″ gestaltet werden – damit alle etwas vom Tourismus haben. Risiken in touristischen Regionen, die besonders vom Klimawandel betroffen sind, können so minimiert werden und die Menschen in den touristischen Zielgebieten bestmöglich vom Tourismus profitieren.

Die Vereinten Nationen gehen davon aus, dass sich die Zahl von 842 Millionen internationalen Touristenankünften bis 2020 verdoppeln wird. Der größte Teil der neuen Touristen kommt aus den asiatischen Ländern, eine Entwicklung die bereits in vollem Gange ist. Vor allem Chinesen und Inder aber auch Menschen aus Thailand, Indonesien und Malaysia werden vermehrt reisen.

Die Forderung nach einer angemessenen Kerosinbesteuerung ist in den Hintergrund getreten. Unterschiedliche Konzepte für Ticketabgaben sind entstanden. Auf eine Variante, die Flug­ticketabgabe zum Kauf von HIV/Aids Medikamenten, geht Shirley Susan in ihrem Beitrag ein. Daneben werden Sie in dieser Ausgabe Artikel aus dem näheren Umfeld der EED-Arbeitsstelle TOURISM WATCH finden und dabei am Rande auch einiges über unsere Kooperationen und unterschiedlichen Arbeitsansätze für einen verantwortlichen Tourismus erfahren.

So Sie in der nächsten Zeit Urlaub machen und reisen werden, treffen Sie bitte verantwortliche Reiseentscheidungen, reisen Sie fair – mit Herz und Verstand – und kommen Sie gern und an Erfahrungen reicher wieder zurück.

Zunächst aber wünschen wir eine anregende Lektüre.

Heinz Fuchs      Christina Kamp

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