Nachhaltiger Tourismus und Regionalentwicklung in Verbindung mit dem Schutz der Meeresschildkröten

Diplomarbeit von Juliane Furch (Sept. 2008)

In dieser Diplomarbeit ist im Hinblick auf den Naturschutz besonders der Schutz der Meeresschildkröten von Bedeutung. Projekte mit dem Tourismus und den Meeresschildkröten können bei sehr guter Planung und Kontrolle viele positive Effekte bringen. Die lokale Bevölkerung kann hier ebenso profitieren, wie die Tiere selber. Indem man den Menschen eine neue Einkommensquelle bietet, wird der meist illegale Gebrauch der Schildkrötenprodukte erheblich minimiert und das Verhältnis zwischen den Menschen und der Natur wird deutlich verbessert.

Darüber hinaus können mit dem erwirtschafteten Gewinn öffentliche Einrichtungen, wie Schulen oder Krankenhäuser, sowie der Schildkrötenschutz selber finanziert werden. Man kann in vielen Projekten, wie in Brasilien oder Costa Rica positive Entwicklungen in diesem Bereich beobachten. Es gibt jedoch auch viele Projekte in denen die Ziele nicht erreicht wurden und die Entwicklung eher in die falsche Richtung läuft. Daher ist es wichtig, im Voraus eine gute Planung durchzuführen, Fehler zu erkennen und zu vermeiden. Darüber hinaus ist es sehr wichtig, dass nachhaltige Nutzung von Naturgütern, wie in diesem Fall die Meeresschildkröten, nicht als neue, einzige Lösung für die Entwicklung peripherer, strukturschwacher Räume gesehen werden darf. Wo in der einen Region ein „Schutz durch Nutzung" stattfindet, sollten andere Regionen komplett unberührt bleiben. Im Falle der Schildkröten würde das bedeuten, dass wenige Strände unter nachhaltigen Kriterien für den Tourismus ausgebaut werden, aber weit mehr Strände komplett unberührt bleiben müssten. Wenn diese Strände finanzielle Unterstützung für ihre Ursprünglichkeit benötigen, kann dies durch die aktiv genutzten Räume mitfinanziert werden.

Die Halbinsel Paria bietet optimale natürliche Vorraussetzungen für eine viel ausgedehntere touristische Entwicklung, als sie bis heute der Fall ist. Problematisch bei dieser Ausdehnung ist vor allem die periphere Lage der Halbinsel und die schlechte Infrastruktur, die die Reisen dorthin erheblich erschweren. Da die lokale Bevölkerung vor allem in den weiter abgelegenen Stränden Parias kaum lukrative wirtschaftliche Einkommensquellen vorfindet, wäre es erstrebenswert den Tourismus in diesen Gebieten weiter auszubauen. Um den Eingriff in die zum Teil vom Tourismus bisher kaum beachteten Gebiete nicht zu übertreiben, sollte man hier mit langfristig geplanten und kontrollierten Nachhaltigen Tourismusprojekten arbeiten. Besonders bedeutend ist die Einbindung der einheimischen Bevölkerung in die Projekte.

Der Tourismus stellt also eine Chance zur Entwicklung des peripheren Raums, welches eine Verbesserung der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung zur Folge hat, dar.

Aufgrund der wenigen wirtschaftlichen Alternativen in diesen Gebieten Parias versucht die lokale Bevölkerung seit Generationen verschiedene Wirtschaftsformen zu nutzen, um ihr Überleben zu sichern. Dabei wurde schon viel Natur zerstört. So wurden auch viele Jahre lang Produkte der Meeresschildkröten gegessen und später verkauft, was dazu beigetragen hat, dass viele der Meeresschildkrötenarten heute vom Aussterben bedroht sind. Um nun die lokale Bevölkerung dazu zu bewegen, die Schildkröten zu schützen, statt sie zu nutzen, muss man ihnen eine neue Einkommensalternative zur Verfügung stellen, so dass auch das Überleben der Bevölkerung weiterhin gesichert ist. Als sehr gute Alternative bietet sich hier der Tourismus an, da gerade in peripheren Räumen die Authentizität erhalten geblieben ist und dadurch viele Touristen angezogen werden könnten.

Für die in dieser Diplomarbeit untersuchten Strände Querepare und Puy Puy bieten sich viele Möglichkeiten, ein solches Nachhaltiges Tourismusprojekt zum Schutz der Meeresschildkröten zu etablieren.

Bei der genaueren Betrachtung der beiden Strände, wie sie in 7.4 vorgestellt wird, wird deutlich, dass Puy Puy insgesamt mehr Vorteile aufweist, als Querepare. Es wäre daher sinnvoll an diesem Strand ein Nachhaltiges Tourismusprojekt zum Schutz der Meeresschildkröten zu etablieren.

AnhangGröße
PDF icon DIPLOMARBEIT-Juliane Furch.pdf4.71 MB
Stichworte: