Kreuzfahrttourismus als "Vorreiter"?

"Urlaub und Meer: Die Kreuzfahrt im Spannungsfeld von Trendreisen und nachhaltigem Tourismus"

Transportmittel, Hotelbetrieb und Freizeitanlage in einem – das sind Kreuzfahrtschiffe heute. In einer betriebswirtschaftlichen Studie zur Kreuzfahrtbranche untersucht Katrin Pumpa, wie sich die schwimmenden Riesen und ihre Betreiber in Hinblick auf ökologische, ökonomische und sozio-kulturelle Nachhaltigkeit verhalten. Dabei werden einige der Probleme deutlich: die Auswirkungen des Kreuzfahrttourismus auf das Klima, der oft nur geringe Nutzen für die Einheimischen in den Zielgebieten – verschärft durch den Trend zur Verlagerung der Landgänge von anderen karibischen Inseln auf Privatinseln der Reedereien sowie die Billigflaggenpolitik, mit der Gesetze zum Schutz von Arbeiterrechten umgangen werden.

Dank öffentlichem Druck gebe es im Umweltbereich einige Verbesserungen durch geeignete technische Lösungen, weniger jedoch in den anderen Nachhaltigkeitsbereichen, stellt die Autorin fest. 70 Prozent der Kunden legten auf Nachhaltigkeit kaum Wert. Deshalb empfiehlt die Autorin eine "emotional untersetzte Unternehmenskommunikation", um zumindest einen Teil der Kunden zu überzeugen, für mehr Nachhaltigkeit auch mehr Geld auszugeben. Ob damit bei allem Optimismus der Autorin der "Kreuzfahrttourismus als verantwortungsbewusste Tourismusform in Sachen Nachhaltigkeit" eine "Vorreiterrolle" übernehmen könnte, ist allerdings mehr als fraglich. Bislang bleibt die Branche in zu vielen Bereichen hinter Nachhaltigkeitsansprüchen zurück.

Urlaub und Meer: Die Kreuzfahrt im Spannungsfeld von Trendreisen und nachhaltigem Tourismus: Eine betriebswirtschaftliche Studie. Von Katrin Pumpa. Diplomica Verlag, Hamburg, 2012. 112 Seiten. ISBN-13: 978-3842871670

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(1.442 Zeichen, September 2014, TW 76)

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