Kaum Klimaschutz bei Urlaubsreisen

Im Urlaubsverhalten der Deutschen spielt der Klimaschutz nur eine geringe Rolle. Zu diesem Ergebnis kommt der World Wide Fund for Nature (WWF) nach einer Abfrage klimaschonender Verhaltensweisen in Alltag und Urlaub in der Reiseanalyse online 11/2015 der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR). Danach sind 57 Prozent der deutschen Urlauber nicht bereit, künftig weniger zu verreisen, 52 Prozent wollen auf Flugreisen nicht verzichten.

Gegenüber einer früheren Erhebung vor etwa zehn Jahren sei keine zunehmende Bereitschaft zu erkennen, aus Gründen des Klimaschutzes im Urlaub anders zu verreisen oder gar auf Reisen zu verzichten. Allerdings habe es auch positive Entwicklungen gegeben. So wählen aktuell 36 Prozent der Befragten aus Klimagründen ein Urlaubsziel in der Nähe. Das sind deutlich mehr als noch 2006 (22 Prozent). Auch das Interesse, in Zukunft nahegelegene Reiseziele zu wählen, sei gestiegen, von 16 auf 27 Prozent, was sich positiv auf die CO2-Bilanz auswirken könne. Zudem hätten 39 Prozent der Befragten angegeben, künftig bei klimafreundlichen Anbietern buchen zu wollen. Aufgrund der Analyseergebnisse kommt der WWF zu dem Schluss, dass die Kompensationskosten für Treibhausgasemissionen direkt in die Reiseangebote eingepreist werden sollten. Zudem gebe es politischen Handlungsbedarf, denn der Luftverkehr unterliegt bisher noch immer keinen internationalen Verpflichtungen zur Reduktion seiner Treibhausgasemissionen.

Weitere Informationen:

Abfrage klimaschonender Verhaltensweisen in Alltag und Urlaub in der RA online 11/2015: www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimafragen_Reiseanalyse.pdf

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(1.449 Zeichen, März 2016, TW 82)

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