Gegen Zwangsarbeit vorgehen

"Zwölf Jahre, Sklave. Kinder in Zwangsarbeit"

Die Risiken für Kinder, Opfer sexueller Ausbeutung zu werden, haben in den vergangenen Jahren eher zu- als abgenommen. Dies stellte Ende 2013 die Sonderberichterstatterin der Vereinten Nationen zum Thema Prostitution von Kindern fest. Neben Sklaverei ist Kinderprostitution eine der offensichtlich illegalen Formen von Zwangsarbeit, um die es in der Studie von Autorinnen und Autoren des Südwind-Instituts geht, die von Terre des hommes herausgegeben wurde.

Als Gründe für die Zunahme werden unter anderem die Wirtschaftskrise genannt, aber auch die Schwächung der Funktion von Familien als Schutzmantel für Kinder, Migration und die zunehmende Lukrativität des Geschäftes mit Kindern auf globalisierten, über das Internet verbundenen Märkten. Jedoch sei die Datenlage weiterhin schlecht. Ausgerechnet über die Art des Missbrauchs von Kindern, die vermutlich die schlimmsten psychischen und physischen Auswirkungen habe, gebe es so gut wie gar keine Zahlen, so die Autoren. Die internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass zwei Drittel der Gewinne aus Zwangsarbeit allein aus dem Bereich der Zwangsprostitution kommen.

In der Studie mit dem Titel "Zwölf Jahre, Sklave. Kinder in Zwangsarbeit" werden politische Maßnahmen skizziert, um Zwangsarbeit wirksamer zu bekämpfen. In Bezug auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern stehen an erster Stelle nationale Gesetze, deren Durchsetzung vorangetrieben werden muss, um die Straflosigkeit der Täter zu beenden. Dabei müsse das Recht der Kinder im Vordergrund stehen, vor Missbrauch geschützt zu werden bzw. bei bereits erfolgten Verbrechen wirkungsvolle Hilfe zu erhalten. Darüber hinaus sollten die Maßnahmen international koordiniert werden. Dringend notwendig sei auch die Erhebung von Daten und Informationen, um gezielter gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern vorgehen zu können.

Zwölf Jahre, Sklave. Kinder in Zwangsarbeit. Von Ricarda Stienhaus, Ann-Kathrin Voge und Friedel Hutz-Adams, Hg. Terre des hommes, Osnabrück, Juni 2014. www.tdh.de/fileadmin/user_upload/inhalte/04_Was_wir_tun/Themen/Kinderarbeit/2014-06_Studie-Zwangsarbeit-bei_Kindern.pdf

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(1.842 Zeichen, September 2014, TW 76)

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