Für eine neue Mobilitätskultur

"Postfossile Mobilität: Zukunftstauglich und vernetzt unterwegs"

Auf das mit Abstand klimaschädlichste Verkehrsmittel, das Flugzeug mit 231 Gramm CO2-Ausstoß pro Personenkilometer, folgt der PKW mit 142 g/Pkm. Bahn und Bus verursachen jeweils nur 78 bzw. 75 g/Pkm CO2. Dennoch sind die heutigen Verkehrssysteme stark auf den motorisierten Individualverkehr ausgerichtet. Das Auto hat sich zu einem Synonym für Freiheit und Wohlstand entwickelt.

Veränderungen hin zu einer umwelt- und klimafreundlichen Mobilität würden zunächst eine wesentliche Erweiterung der "geistigen Mobilität" erfordern. Doch die ist nach den Autorinnen und Autoren des Sammelbandes der Zeitschrift Politische Ökologie "Postfossile Mobilität – Zukunftstauglich und vernetzt unterwegs" noch nicht in Sicht.

Zwar zeigen sie durchaus Veränderungen und gute Modelle für eine neue Beweglichkeit im Kleinen: beim ÖPNV, beim Radverkehr, beim Fußverkehr und in Hinblick auf neue Technologien. Doch neben mehr Effizienz, erneuerbaren Antriebsenergien und kreislaufwirtschaftlicher Produktion bei den verschiedenen Verkehrsmitteln erfordere eine neue Mobilitätskultur einen gesellschaftlichen Wertewandel, der beim individuellen Verhalten anfängt, sowie politischen Willen, um die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn, so einer der Autoren: "Freiwilligkeit allein wird den Karren wahrscheinlich nicht aus dem Dreck ziehen".

"Postfossile Mobilität: Zukunftstauglich und vernetzt unterwegs". Hg. Verein für ökologische Kommunikation Oekom e.V., Oekom Verlag, München, 2014. 144 Seiten. ISBN-13: 978-3865814869

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(1.335 Zeichen, September 2014, TW 76)

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