Die Welt nachhaltig selbst verändern

Melissa Bayer
"Einfach. Jetzt. Machen."

Klimawandel, Wirtschaftskrise, Energieknappheit, Arbeitslosigkeit – das sind nur einige der  aktuellen, globalen Herausforderungen. Doch es hilft nicht, darauf zu warten, dass "die da oben" sich schon etwas ausdenken werden, um alles wieder ins Lot zu bringen. Stattdessen ist es an der Zeit, selbst etwas zu tun. Wie das aussehen kann, zeigt Rob Hopkins in seinem Buch "Einfach. Jetzt. Machen."

Der britische Umweltaktivist und Begründer der Transition-Bewegung führt den Leser in die Vision eines globalen Wandels hin zu einem nachhaltigeren Wirtschaftssystem ein. Er zeigt, welche Potenziale die Herausforderungen unserer Zeit bergen und wie wir sie nutzen können. Zentral ist dabei, sich vom Wirtschaftswachstum, wie wir es kennen, zu verabschieden. Doch das muss nichts Schlechtes sein, wenn wir das Streben nach Wachstum durch Ziele wie Wohlbefinden, Glück, Gemeinschaft und Verbundenheit ersetzen und so auf eine lokale und robuste Wirtschaft sowie eine starke Gesellschaft hinarbeiten: Eine Wirtschaft, in der die Gewinne nicht mehr an unbekannte externe Investoren abfließen, sondern Gemeinden wieder in sich selbst investieren. Eine Gesellschaft, die weniger konsumorientiert ist, doch gleichzeitig eine höhere Lebensqualität aufweist. Die Transition-Initiative trägt inzwischen seit sieben Jahren auf "Graswurzelebene" dazu bei, eine solche Postwachstumsökonomie zu realisieren.

Die verschiedenen Initiativen verdeutlichen, dass der Wandel bereits im Gange ist und wie vielfältig die Formen seiner Verwirklichung sein können: Die Bristol Pounds sind eine Komplementär-Währung für Bristol und Umgebung, die dadurch realisierten kürzeren Lieferketten ermöglichen eine Bindung der Bevölkerung an die lokale Wirtschaft  und verhindern, dass Profite aus der Region abfließen. In einer Genossenschaft aus lokalen Lebensmittelproduzenten in Derbyshire kann das angebotene Gemüse selbst aus dem kleinsten Garten stammen. Die Transition-Initiative "wandelBar" in Eberswalde hat ein Lastenfahrrad gebaut, das sich Interessierte gegen eine Spende ausleihen können. Ein gemeinschaftliches Weizenprojekt in der argentinischen Stadt El Bolsón ermöglicht es den Anwohnern, ihr eigenes Mehl zu mahlen. In Brasilien konzentriert sich die Bewegung verstärkt auf soziale Aspekte wie Ernährungssicherung, Verringerung der Gewalt, Gesundheit oder Bildung. Mittlerweile gibt es Projekte an Tausenden von Orten in über 40 Ländern.

Die Vision von Rob Hopkins ist inspirierend und durch sein Buch stattet er seine Leserinnen und Leser mit Werkzeugen, Anleitungen und vor allem Ideen aus, damit sie eigene Initiativen bei sich vor der Haustür gründen und so ihre Zukunft selbst mit gestalten können.

Einfach. Jetzt. Machen. Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen. Von Rob Hopkins. Oekom Verlag, München, 2014. 189 Seiten. ISBN 978-3-86581-458-6.

(2.682 Zeichen, Juni 2014)

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