"Die soziale Verantwortung der Tourismuswirtschaft"

CSR zum Schutz von Kindern vor Ausbeutung

Ethische Aspekte werden in Zukunft das ökonomische Überleben entscheidend mitbestimmen. Das gilt auch für Tourismusunternehmen, stellt Mandy Dietzschkau in ihrer Diplomarbeit fest, die der Vdm Verlag Dr. Müller unter dem Titel "Die soziale Ver­antwortung der Tourismuswirtschaft" veröffentlicht hat. Die Autorin untersucht Maßnahmen gegen Kinderarbeit und Kinderprostitution im Tourismus und deren Wirkung, die sie zum Teil in Frage stellt. Internationale Verhaltenskodizes, Sozial­standards und CSR-Leitbilder würden im betrieblichen Alltag der Tourismuswirtschaft noch kaum umgesetzt. Gegenüber dem Verhaltenskodex zum Schutz der Kinder gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung im Tourismus gebe es noch immer Bedenken in der Reisebranche. Der Kodex könne "abschreckend für den Verkauf" und "mit Verlusten verbunden" sein, so die Befürchtung in den Unternehmen. In einer nicht-repräsenta­tiven Befragung von 15 Reiseveranstaltern in Dresden stellte die Autorin fest, dass vier DRV-Mitglieder weder den Verhaltenskodex noch die Kinderrechtsorganisation ECPAT kannten. Sie kommt zu dem Schluss, dass eine Einzelunterzeichnung des Kodex mehr Sinn mache, als die Unterzeichnung durch den Verband. So würden sich die unter­zeichnenden Unternehmen dann meist sofort engagierten. Da die Umsetzung des Verhaltenskodex bislang nicht hinreichend sichergestellt werden könne, empfiehlt die Autorin die Einführung eines Gütesiegels, das Reiseveranstalter, die die Kriterien zufrieden stellend umsetzen, innerhalb ihres Marketings nutzen könnten.

Die soziale Verantwortung der Tourismuswirtschaft. Gegen den Missbrauch von Kindern in Urlaubsländern. Von Mandy Dietzschkau, Vdm Verlag Dr. Müller, Saarbrücken, 2008. ISBN 978-3836452694. 181 Seiten.

-ck-

( Anschläge, Zeilen, Dezember 2009)