Das Goldene Land verändert sich

Andrea Pfeiffer
"Handbuch Myanmar"

Die Anzahl der Literatur und Veranstaltungen zu Myanmar, der Organisationen, die sich in diesem Land engagieren und nicht zuletzt die Zahl der Touristen, die Myanmar erleben wollen, ist sprunghaft gestiegen. Grund ist die so genannte "Öffnung" Myanmars, die spätestens mit der Einsetzung einer quasi-zivilen Regierung in 2011 vorsichtige Hoffnungen nährt, dass das Land, welches seit 1962 von den Militärs beherrscht wurde, auf dem Weg ist, Armut und Unterdrückung abzubauen. Im Handbuch Myanmar beleuchten 52 Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Medien und Zivilgesellschaft aus je eigener Perspektive den vielschichtigen und spannungsgeladenen gesellschaftlichen Wandel in Myanmar.

In sechs Abschnitten zum Land und seinen Menschen, zu Kultur, Geschichte, Staat und Politik, Wirtschaft, sozialen Brennpunkten und Entwicklung werden sowohl dem Landesneuling als auch der Expertin fundierte Hintergrundinformationen und Blickwinkel für die eigene Meinungsbildung bereitgestellt. Es geht um Musik und Landraub, Armutsbekämpfung und Kolonialgeschichte, zahnlose Elefanten und Geister, Aung San Suu Kyi und Ressourcenreichtum, Buddhismus und Migration. Die vielen Facetten geben ein differenziertes Bild von Myanmar wieder. Den Herausgebern ist es gelungen, ein aktuelles und zugleich wertbeständiges Buch vorzulegen, dem noch viele weitere Auflagen zu wünschen sind.

Handbuch Myanmar. Gesellschaft∙Politik∙Wirtschaft∙Kultur∙Entwicklung. Von Ute Köster/ Phuong Le Trong/Christina Grein (Hg.). Horlemann Verlag, Berlin, 2014. 495 Seiten. ISBN 978-3-89502-361-3

(1.367 Zeichen, September 2014, TW 76)

Stichworte: