Auf den Spuren der Rucksacktouristen

"Gringo Trails"

Wie Rucksacktouristen einst abgelegene Orte verändern, indem sie sie zunächst „entdecken“ und schließlich in großer Zahl erobern, zeigt der US-amerikanische Dokumentarfilm „Gringo Trails“. Vom Regenwald über den bolivianischen Salzsee von Uyuni, über Timbuktu in der Sahelzone bis hin zu Vollmond-Partys an den Stränden von Thailand folgt der Film über eine Stunde lang den Spuren der „Backpacker“. Er zeigt Entwicklungen, die über mehrere Jahrzehnte stattgefunden haben und schafft es so, die langfristigen Auswirkungen des Rucksacktourismus auf Kultur und Umwelt anschaulich und mit dem einen oder anderen Spritzer Humor darzustellen. Dass der Tourismus nicht zwangsläufig das zerstören muss, was er sucht, indem er es findet, illustrieren die restriktive Tourismuspolitik Bhutans und die Chalalán Ecolodge, ein kleines Beispiel für gemeindebasierten Tourismus im Madidi-Nationalpark in Bolivien. Dort heißt es schließlich: „Der Tourismus ist ein sehr guter Wirtschaftszweig – wenn man ihn kontrollieren kann.“

Gringo Trails. Von Pegi Vail. Zebra Films, 2014. Englisch, 79 Minuten (Langfassung), 52 Minuten (Kurzfassung)

Weitere Informationen: http://gringotrails.com, Andana Films (Vertrieb international) http://andanafilms.com/catalogueFiche.php?idFiche=1210&rub=Nouveaut ProzentC3 ProzentA9

(1.012 Zeichen, Juni 2015, TW 79)

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