Ökotourismus im Regenwald von Ecuador - dargestellt am Beispiel der Yachana Lodge

Diplomarbeit von Bettina Muhr (Mai 2009)

Die Reiseform „Ökotourismus" ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Tourismussektors geworden, da es fast schon zum guten Ton gehört, sich als umweltverträgliches Unternehmen zu präsentieren. Im Zuge des gesellschaftlichen Wertewandels und dem wachsenden Umweltbewusstsein steht die Vorsilbe „Öko" für einen verantwortungsbewussten Lebensstil.
Abgeleitet von dem Begriff „Ökologie", also der Wissenschaft von der Beziehung zwischen Organismen und ihrer Umwelt, impliziert diese Variante des Tourismus demnach eine ökologisch und sozial verträgliche Art des Reisens in die Natur. Dabei sollen die negativen Auswirkungen so gering wie möglich gehalten werden. „Ökotourismus ist dann mehr als Ziel denn als bereits existierende Wirklichkeit aufzufassen" (MÜLLER 1998, S. 15).

Oftmals verbirgt sich dahinter lediglich eine Marketingstrategie, ein Label, welches den Ökotrend aufgreift und somit versucht, altbekannte Tourismusformen werbewirksam zu verkaufen. ELLENBERG (1998, S. 26) spricht in diesem Fall sogar von „Etikettenschwindel". Die Problematik zeigt sich auch in der Fülle von Schlagwörtern, die mit dem Begriff „Ökotourismus" verbunden, wenn nicht sogar gleichgesetzt werden. „Naturtourismus", „Abenteuertourismus", „Wildlife-Tourismus" oder „Alternativer Tourismus" stellen nur wenige Beispiele dar. Diese unterschiedlichen Tourismusangebote haben laut FREI (2001, o.S.) zuweilen jedoch nur eine Gemeinsamkeit: Sie sind - zumindest für einen kurzen Zeitpunkt der Reise - mit dem Besuch eines naturnahen Gebietes verknüpft. Der Trend des Gebrauchs dieses Modeworts ist nun auch in den vermeintlichen Zielgebieten angekommen.
Das gilt insbesondere für Lateinamerika, wo die Palette der Proyectos Ecoturisticos inzwischen vom Gemeindeentwicklungsprojekt bis hin zum Jet Skiing reicht (vgl. MADER 2000, S. 3). Gerade Länder, die über eine hohe Biodiversität und Exotik verfügen, greifen immer wieder auf solche Praktiken zurück, um daraus Profit zu schlagen. Auch Ecuador besitzt optimale geographische und kulturelle Voraussetzungen für Ökotourismus. Aus diesem Grund wird Ecuador nun zum Bezugsrahmen dieser Arbeit. Die Frage ist, inwieweit dort wahrer „Ökotourismus" betrieben
wird oder ob es sich vielmehr um besagten „Etikettenschwindel" handelt.

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