Tourismus und Umwelt in Nepal

Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent des weltweiten Tourismus spielt sich in Berggebieten ab, wobei es sich in den Industrie-Nationen um Massentourismus handelt. Allein in Österreich stammen über 75 Prozent der Fremdenverkehrseinkünfte aus dem Bergtourismus, so der nepalische Wissenschaftler Sanjay K. Nepal. In einigenLändern Europas sei allerdings ein Trend zu kleinen, spezialisierten Angeboten zu verzeichnen, die auf grünen und nachhaltigen Naturkonzepten basierten. Umweltschutz werde großgeschrieben. Der Markt sei gefestigt, weshalb versucht werde, Profit und Effizienz durch geringere Betriebskosten und interne Veränderungen zu erhöhen.

Im Gegensatz dazu sei das Gebirge in Entwicklungsländern durch andere Faktoren geprägt, darunter Abgelegenheit, Unzugänglichkeit, mangelnde Entwicklung, große Armut, hohe Umweltbelastung und sehr ungleiche Verteilungvon Land und Wohlstand. In seinem Buch, einer überarbeiteten Fassung seiner Doktorarbeit, untersucht S. Nepal das Dilemma in seiner Heimat: Landschaftsschutz und Erhaltung der Artenvielfalt gegenüber ökonomischer Entwicklung. Dabei analysiert er insbesondere die "Trekking-Rennstrecken" Everest undAnnapurna (mit Lo/Upper Mustang) und schildert erfolgreiche Strategien sowie weniger gute Ansätze der touristischen Entwicklung (Lo). Der Titel ist Teil eines Forschungsprojektes über die Auswirkungen des Tourismus in Nepal, das von der Schweizerischen Stiftung für Alpine Forschungen (SSAF), Zürich, Ende der90er Jahre finanziert wurde. Dabei entstanden (S. 7) 1999/2000 an der Universität Bern fünf weitere Diplomarbeiten.

Nepal, Sanjay, K: Tourism and the Environment. Perspectives from the Nepal Himalaya, STUDIENVerlag Innsbruck, Wien, München und Himal Books, Kathmandu2003, 204 S., ISBN 3-7065-1783-3 (Österreich)   -tü-

Beide Bücher sind auch erhältlich bei ÖkoHimal,Hofhaymer Allee 11/17, 5020 Salzburg, http://www.ecohimal.org. Konto inMünchen.

Weitere Titel über Bergtourismus s. http://www.studienverlag.at

Ebenfalls im STUDIENVerlag erschienen ist kürzlich ein neuesStandardwerk Kurt Luger/Christian Baumgartner/Karlheinz Wöhler (Hg): Ferntourismus wohin? Der globale Tourismus erobert den Horizont. StudienVerlag Innsbruck, Reihe „tourismus – transkulturell& transdisziplinär“, Innsbruck 2004. Es enthältauch einen Beitrag von Heinz Fuchs, "Steter Tropfen höhltden Stein. Erfahrungen und Perspektiven aus der Arbeit von TourismWatch". Eine Rezension erfolgt in der nächsten Ausgabe.

(2.550 Anschläge, 32 Zeilen, Oktober 2004)

Buchhinweise zu Tourismus und Umwelt

Rauschelbach, B. (Hg.): (Öko-)Tourismus: Instrument für eine nachhaltige Entwicklung?, Max Kasparek Verlag, Heidelberg 1998, 144 S.ISBN 3-925064-24-9.

Rauschelbach, B., Schäfer, A. , Steck, B. (Hg.): Cooperating for Sustainable Tourism - Kooperieren für nachhaltigen Tourismus. Proceedings of the Forum International at the Reisepavillon 2002, GTZ, Kasparek-Verlag, Heidelberg 2002, 232 S., ISBN 3-925064-34-6

Unter dem Link www.gtz.de/tourismus/deutsch/materialien-2004.htm finden sich die Artikel der Vorträge des diesjährigen Tourismus-Forum-International (TFI) 2004 zu Marketing, Zertifizierung und Nachhaltigkeitsstandards, Erneuerbare Energien, Jugendreisen, Naturanimation, Jagdtourismus, Gemeindeorganisierter Tourismus, Naturschutz und Ökotourismus sowie "Sustainable all-inclusive?".