(Bonn, 07.02.2012) Chinesische Regierung verbietet Fluggesellschaften die Teilnahme am europäischen Emissionshandelsystem - EU Kommission will nicht nachgeben
Im Vorfeld des Kopenhagener Klimagipfels gibt der neue Bericht "Zur Lage der Welt 2009" des Washingtoner Worldwatch-Instituts einen Überblick über die politischen Herausforderungen, mit dem Klimawandel umzugehen. Die Technologien und menschlichen Fähigkeiten seien vorhanden, allein es fehle der politische Wille. Der aber sei eine "erneuerbare Ressource", heißt es in dem Bericht, der unter dem Titel "Ein Planet vor der Überhitzung" in deutscher Ausgabe erschienen ist.
Ende dieses Jahrhunderts könnte die globale Durchschnittstemperatur bis zu sechs Grad wärmer sein als zu Beginn der Industrialisierung, warnt der Bericht und plädiert für ein groß angelegtes "Joint Venture" für Klima- und Energiesicherheit zwischen Industrie- und Schwellenländern. Der Bericht basiert auf den Erkenntnissen des Vierten Sachstandsberichts des Weltklimarates (IPCC) und zeigt Technologien, Verhaltensweisen, Institutionen und Abkommen auf, die notwendig sind, um die von vielen Wissenschaftlern prognostizierte Klimakatastrophe abzuwenden.
Der internationale Flug- und Schiffsverkehr sollte nach 2012 nicht wie im Kyoto-Protokoll einen "klimapolitischen Freifahrtschein" erhalten, schreiben Christoph Bals und Larissa Neubauer in ihrem Einführungsbeitrag zur deutschen Ausgabe. Auch warnen sie davor, vermiedene Entwaldung in den Emissionshandel einzubeziehen und einem Emissionsreduktionsziel der Industrieländer von 30 Prozent oder weniger gegenzurechnen. Das wäre "ein Ausverkauf für das globale Klima" so die Autoren.
Ein weiteres wichtiges Thema ist die Anpassung an den Klimawandel und die Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung. Bei den Ärmsten der Armen gehe es dabei nicht darum, den Status Quo beizubehalten, sondern darum, ihren Lebensstandard nachhaltig zu verbessern. Ihre Probleme dürfen durch den Klimawandel nicht noch verschärft werden. Das Ziel sei "nicht die 'Erholung' von Schock- und Stresssituationen, sondern Fortschritt, d.h. ein Prozess, der es den Menschen ermöglicht, künftige Schock- und Stresssituationen besser zu bestehen - mit weniger Schäden für Mensch, Hab und Gut", heißt es in dem Bericht.
Zur Lage der Welt 2009. Ein Planet vor der Überhitzung. Worldwatch Institute, in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung und Germanwatch. Verlag Westfälisches Dampfboot, Münster 2009. 320 Seiten. ISBN 978-3-89691-765-2.
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(2.198 Anschläge, 29 Zeilen, September 2009)