(Bonn, 07.02.2012) Chinesische Regierung verbietet Fluggesellschaften die Teilnahme am europäischen Emissionshandelsystem - EU Kommission will nicht nachgeben
Das Eingangszitat von J.J. Rousseau in "Mit anderen Augen - Fremdwahrnehmung und interkulturelles Verstehen von Reisenden im Nahen Osten" endet wie folgt: "Außerdem scheint es, angesichts der lächerlichen Vorurteile, welche selbst unter den Schriftstellern noch nicht ausgestorben sind, dass ein jeder unter dem prunkvollen Namen einer Studie über den Menschen nichts anderes liefert als eine Studie über die Menschen seines Landes." Genau das macht Lisbeth Hesse, Autorin von "Mit anderen Augen" - aber bewusst.
Leitfrage der Studie ist, ob Reisen das Verstehen der fremden Kultur des Orients fördert und ob es abweichende Ansichten unter den Österreichern aus dem 19. Jahrhundert und von heute gibt. Die kultur- und sozialanthropologische Studie fokussiert sich unter dem Begriff "Naher Osten" auf die Länder Libanon, Jordanien und Syrien. Die Österreicher als Reisende wurden ausgewählt, da sie in der Geschichte des Öfteren "Grenzorientalen" waren und dem Orient kritischer gegenüberstanden als das restliche Europa.
Vor zwei Jahrhunderten hatten die Europäer märchenhafte Vorstellungen vom Orient, besonders genährt von 1001 Nacht. Sie standen damals unter großem Einfluss der katholischen Kirche und ließen in ihren Reiseberichten ein Überlegenheitsgefühl gegenüber der Kultur und der Religion der Gastgeber erkennen. Die befragten Nahost-Reisenden aus der heutigen Zeit scheinen sich eher von dem von den Medien verbreiteten Negativ-Image des Islam beeinflussen zu lassen. Allerdings zeigen sie mehr Toleranz und Potenzial fürs Verstehen in dem Versuch, den Nahen Osten "mit anderen Augen" zu sehen.
Mit anderen Augen. Fremdwahrnehmung und interkulturelles Verstehen von Reisenden im Nahen Osten: Eine kultur- und sozialanthropologische Studie. Von Lisbeth Hesse. Iko-Verlag für Interkulturelle Kommunikation, Frankfurt am Main, 2008. 154 Seiten. ISBN 978-3889399137.
(1.661 Anschläge, 25 Zeilen, Juni 2009)