(Bonn, 07.02.2012) Chinesische Regierung verbietet Fluggesellschaften die Teilnahme am europäischen Emissionshandelsystem - EU Kommission will nicht nachgeben
Nicaragua war in den 1980er Jahren das Land der Hoffnung für viele, die von einem Dritten Weg jenseits des real existierenden Sozialismus und der Marktwirtschaft träumten. Gleichzeitig war das Land politischer Spielball und Schauplatz mächtiger Systeminteressen während des "Kalten Krieges". Das Buch "Aufbruch nach Nicaragua" ist ein wichtiges Stück Zeitgeschichte. Mehr als nach Nicaragua wirft es einen Blick in die deutsch-deutsche Vergangenheit und schlägt dabei auch Brücken in die Gegenwart.
Das Buch ist wertvoll, weil es Menschen, die in beiden Teilen Deutschlands in der (staatlichen und vor allem nicht-staatlichen) Solidaritätsarbeit mit Nicaragua aktiv waren und es bis heute sind, breiten Raum zur persönlichen Darstellung gibt - und die Darstellungen sind sehr persönlich, dabei durchaus selbstkritisch und zu weiten Teilen bewusst im Zeitverlauf der letzten 20 Jahre reflektiert. Die Aufarbeitung historischer Zusammenhänge und offizieller Politik erfolgt dabei ebenfalls durch Zeitzeugen. Allerdings hätte mehr persönlicher Abstand der Neutralität und Wissenschaftlichkeit in diesen Kapiteln gut getan.
Dieses Buch sei all denen empfohlen, die sich für deutsch-deutsche Vergangenheit im globalen Kontext interessieren und besonders denen, die selbst als politische Aktivisten reisen. Durch die selbstkritische Aufarbeitung liefert die Aufsatzsammlung Anhaltspunkte, die eigenen Interessen und Ansätze bei (politischen) Projektreisen zu hinterfragen.
Aufbruch nach Nicaragua. Deutsch-deutsche Solidarität im Systemwettstreit. Von Erika Harzer und Willi Volks. Christoph Links Verlag, Berlin, 2008. 248 Seiten. ISBN 978-3-86153-525-6.
( 1.609 Anschläge, 22 Zeilen, Juni 2009)