Anfang März 2012 war Heinz Fuchs, Leiter der Arbeitsstelle Tourism Watch, zu Gast im WDR bei Planet Wissen, um dort über Möglichkeiten des nachhaltiges Reisens zu sprechen.
Es sei die Balance zwischen Ausblendung der Lebensbedingungen vor Ort bei gleichzeitigem Konsum von gezähmter, aber dennoch exotischer Fremdheit, die touristische Parallelwelten so attraktiv mache, meint das FernWeh-Redaktionsteam in seinem neuen Buch „Fenster zur Parallelwelt“. In den aus verschiedensten Quellen zusammengetragenen Beiträgen wird ein Kaleidoskop an Erfahrungen – Reportagen, Reflektionen und Fiktionen – vorgestellt, das Einblicke und Einsichten in touristische Parallelwelten in verschiedenen Regionen der Welt bietet. Dazu gehört die „Travel Bubble“, die „Reiseblase“, in der sich die globale Backpacker-Szene bewegt, ebenso wie Migrantengruppen, die gerade im Tourismus ihr wirtschaftliches Auskommen finden, wenngleich oft unter prekären Bedingungen. Koloniale Reisesituationen werden den „Erobererfantasien“ der post-kolonialen Reisenden gegenübergestellt und ins Bild gesetzt. Auch das Exotisch-Schreckliche, das auf einige Reisende eine besondere Faszination auszuüben scheint, wird beleuchtet – in einem spannenden Lesebuch, das mit kurzen, einfühlsamen und einprägsamen Geschichten Denkanstöße gibt und Strukturen in Frage stellt.
Martina Backes, Rosaly Magg, Steffen Schülein (Hg.): Fenster zur Parallelwelt. Reisebilder & Fernwehgeschichten, FernWeh – Forum Tourismus & Kritik im iz3w, Freiburg, 2006, 224 S., mit zahlreichen Abbildungen. ISBN 3-922263-23-2.
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(1.393 Anschläge, 17 Zeilen, September 2006)