Tourismus und Menschenrechte

Der Tourismus genießt ein überwiegend positives Image: Er gilt als Jobmotor und Devisenbringer, hilft bei der Minderung der Armut und leistet einen Beitrag zu weltbürgerlichem Bewusstsein und zum Frieden in der Welt. Viele Entwicklungsländer, insbesondere solche, die von hoher Arbeitslosigkeit und Verschuldung geprägt sind, setzen auf den Tourismus als Heilmittel und stellen billige Arbeitskräfte und weitgehend unberührte Landschaften zur Verfügung. Doch während der Tourismus Einkommen schafft, untergräbt er häufig auch die Rechte der Menschen in den Urlaubsregionen. Insbesondere höhlt er oft die grundlegenden Rechte derjenigen aus, die kaum oder gar nicht am Tourismus teilhaben oder profitieren, stattdessen aber unter seinen Auswirkungen zu leiden haben. Im Namen der Tourismusentwicklung werden Menschen diskriminiert, in ihrer Meinungsäußerung beschränkt und ihre Beteiligung an Entscheidungen behindert. Bauern- und Fischerfamilien werden enteignet, indigene Gemeinschaften von ihrem Land vertrieben und Kinder sexuell ausgebeutet. Nicht zuletzt beschleunigt der weltweite Tourismus den Klimawandel und globalisiert so seine menschenrechtlichen Auswirkungen.

Studie: Alles was Recht ist - Menschenrechte und Tourismus Die Studie zeigt anhand wichtiger Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und anderer Übereinkommen der Vereinten Nationen, dass im Tourismus auf vielfältige Weise die Menschenrechte verletzt werden.

Forderungspapier: Für einen Menschenrechtsansatz im Tourismus! Nach internationalem Recht ist es Aufgabe des Staates, die Menschenrechte und Freiheiten seiner Bürgerinnen und Bürger zu achten, wirksam zu schützen und zu gewährleisten. Unternehmen haben zwar nicht die gleichen Pflichten wie Staaten, doch sie müssen die Menschenrechte in jedem Fall respektieren. Das Forderungspapier ist in deutsch und englisch erhältlich.

Pressemitteilung (09.03.2011): Tourismus ist keine menschenrechtsfreie Zone! Zum Start der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin fordern der Evangelische Entwicklungsdienst (EED), Amnesty International und Survival International von Politik und Reiseunternehmen Impulse für mehr Menschenrechte im Tourismus.

Podiumsdiskussion (11.03.2011): Menschenrechtssensibel von Anfang an! Eine Menschenrechtspolitik in Unternehmen und präventive Folgeabschätzungen bei Investitionsprojekten im Tourismus können dazu beitragen, dass der Tourismus keinen "menschenrechtlichen Schaden" anrichtet. Dies stellten Expertinnen und Experten zu Tourismus und Menschenrechten auf einer Podiumsdiskussion auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) am 11. März 2011 in Berlin fest. Die Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zeigten den Rahmen auf, den das internationale Menschenrechtsinstrumentarium für den Tourismus vorgibt, und führten konkrete Beispiele an, wie der Tourismus Menschenrechte verletzt und was man dagegen tun kann.

TourismWatch Nr. 62 mit Schwerpunkt zu Menschenrechten erschienen Mit dieser Ausgabe des TourismWatch-Informationsdienstes, während ITB und darüber hinaus möchten wir weitere Impulse für eine den Menschenrechten verpflichtete Tourismusentwicklung geben. Anlässlich der ITB ist darüber hinaus eine englischsprachige Sonderausgabe des TourismWatch Informationsdienstes erschienen, die Übersetzungen aktueller und älterer Artikel zum Thema Menschenrechte enthält.

Weitere Artikel zum Thema Menschenrechte und Tourismus finden Sie auch in unserer Themendatenbank.  

Weiterführende links zum Thema:

http://www.fairunterwegs.org/themen/menschenrechte.html

http://www.tourismconcern.org.uk/

http://www.survivalinternational.de/