Solidaritätsabgabe auf französische Flugtickets

Frankreich erhebt ab Juli 2006 eine Sonderabgabe auf Flugtickets, mit der zusätzliche Entwicklungshilfeprojekte finanziert werden sollen. Die erhofften 200 Millionen Euro sind vorrangig für die Bekämpfung von Krankheiten wie HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose vorgesehen. Bei Inlands- und Europaflügen wird wahrscheinlich ein Euro fällig, Fernflüge kosten zwischen vier und 40 Euro mehr.

Für die Initiative hatte Staatspräsident Chirac bereits im September auf dem UN-Milleniumsgipfel in New York und innerhalb der EU vergeblich geworben. Auch Deutschland winkte ab. Doch Chiracs Kabinett erteilte dem Vorhaben am 23. November grünes Licht. Die Tourismusindustrie zeigt sich bisher wenig begeistert.

Auf dem New Yorker Gipfel hatte der chilenische Präsident Ricardo Lagos angekündigt, sein Land wolle im kommenden Jahr ebenfalls eine Entwicklungshilfe-Gebühr von zwei US Dollar pro Auslandsflugschein erheben.

-tü-

 

(965 Anschläge, 12 Zeilen, Dezember 2005)

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