Neue Broschüre: Tipps zum Pilgern im Heiligen Land

Berlin, 11.12.2014 In einer neuen Broschüre werden Pilgerreisende und Touristen ermutigt, Israel und die Palästinensischen Gebiete als ein zusammenhängendes Reiseziel zu betrachten und Begegnungen auf beiden Seiten der Grünen Linie wahrzunehmen.

Ob Maria und Josef vor gut 2000 Jahren wohl den Weg nach Bethlehem gefunden hätten, wenn es damals bereits um die 90 Checkpoints in der Region gegeben hätte? Eine Einschätzung dazu fällt vielen Reisenden, Pilgerinnen und Pilgern, die heute das Heilige Land besuchen, schwer. Für sie stellt die Mauer, die vielen Bewohnern des Westjordanlandes und des Gazastreifens das Leben schwer und bisweilen unmöglich macht, kaum ein Hindernis dar. Umso wichtiger ist es deshalb auch beim Reisen, direkte Begegnung mit den Menschen in Israel und Palästina zu suchen und so Informationen aus erster Hand zu erhalten. Der Tourismus kann zum Hoffnungsschimmer in der Region werden, die in den letzten Monaten kaum positive Schlagzeilen gemacht hat. „Der politische Konflikt heute wird angeheizt durch Perspektivlosigkeit und Sprachlosigkeit zwischen den Menschen auf beiden Seiten. Ein Tourismus, der gleichberechtigte Teilhabe und Begegnung ermöglicht, kann den Dialog befördern und Vorurteile abbauen“, sagt Antje Monshausen, Tourismusreferentin bei Brot für die Welt.

Die Arbeitsstelle Tourism Watch bei Brot für die Welt hat deshalb eine Broschüre für faires, begegnungsorientiertes Pilgern in Israel und den Palästinensischen Gebieten entwickelt. In Zusammenarbeit mit der „Gemeinsamen Initiative Humanitäres Völkerrecht Nahost“ von Misereor und Brot für die Welt wurden wichtige Tipps, Kontaktadressen in Deutschland und vor Ort sowie Hintergrundinformationen zusammengetragen. Teil des Leitfadens ist eine illustrierte Faltkarte, die den genauen Verlauf der Grünen Linie abbildet. Sie zeigt damit eindeutig, auf welcher Seite der Grenze zwischen Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten sich bedeutende Pilgerziele völkerrechtlich befinden. „Oft wissen Reisende und Pilger nicht, ob sie sich gerade auf palästinensischer oder israelischer Seite befinden. Internetinformationen und auch die Angaben vieler Reiseveranstalter hierüber sind leider oft falsch, nicht eindeutig oder sie fehlen ganz“, so Monshausen.

Mit der Broschüre „Kommt und Seht! Reisen und Pilgern im Heiligen Land“ nimmt Brot für die Welt den Aufruf palästinensischer Christinnen und Christen auf, die zu einer „Pilgerfahrt der Veränderung“ einladen und die Vision einer Gesellschaft aufzeigen, die auf Liebe, Vertrauen und Gerechtigkeit gründet. Religion hat eine verbindende Kraft, die sich nicht durch den politischen Konflikt instrumentalisieren lassen darf.

Der Leitfaden „Kommt und seht! Reisen und Pilgern im Heiligen Land“ kann kostenfrei im Shop unter https://www.brot-fuer-die-welt.de/shop bestellt werden.